Seiffener Bergbau

Seiffen verdankt seinen Namen dem "Ausseifen" bzw. "Auswaschen" von Zinnerzkörnern aus dem Verwitterungsschutt des Tales. In einem Lehnvertrag von 1324 ist "Cynsifen" erstmals urkundlich verbrieft. Es ist jedoch anzunehmen, dass Zinnerzkörner im Seifenbach - Tal schon wesentlich früher gesucht und auch gefunden wurden.

Neben der althergebrachten Form der Zinnerzgewinnung durch Seifenbetriebe wurde das Erz ab 1480 auch aus dem festen Gestein gewonnen, zum Teil im Tagebau und auch unter Tage. In der Blütezeit des Seiffener Bergbaues, vom Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts, fand er vorwiegend als Eigenlehnerbergbau statt. Das heißt, der Bergmann arbeitete selbständig, war aber zur Abgabe eines Schmelzzinns an die Grundherrschaft verpflichtet. Um 1600 erhielt Seiffen ein eigenes Vasallenbergamt mit dem Sitz eines "herrschaftlich Schönbergischen Bergmeisters". Im Bergamt befand sich gleichzeitig die Schmelzhütte.

Der Seiffener Bergbau war nie so ertragreich, wie z.B. in Freiberg oder Altenberg. So waren Bergmannsfamilien zu jeder Zeit gezwungen, sich durch handwerkliche Nebenverdienste, sowie die Be-treibung einer kleinen Landwirtschaft etwas zum Lebensunterhalt hinzuzuverdienen. So gewann dann auch das Drechseln mit dem Versiegen der Zinnerzvorkommen an Bedeutung. 1849 wurde das Seiffener Bergamt aufgelöst.

Heute künden zwei Pingen (ortsüblich "Bingen"), die "Geyerin" und die "Neuglücker Stockwerkspinge", sowie zwei noch gut erhaltene Mundlöcher vom "Heiligen Dreifaltigkeitsstolln" und "Johannisstolln", und der 1988 wiederentdeckte Erbstolln "Segen Gottes" von der einstigen Bergbautradition des Ortes. Außerdem finden sich zahlreiche Halden im Gelände und andere bergmännische Wahrzeichen, die unter Denkmal- und Naturschutz stehen.

(Text: Catrin Tolksdorf-Bilz, Seiffen)