Glashütten am Schwartenberg

Auf halbem Wege von Seiffen hoch zum Schwartenberg steht ein einsames Haus. Bis 1993 befand sich in diesem Gebäude die Gaststätte "Glashütte". Die­ser Name weist auf die langen, jedoch vergessenen Traditionen der Glasmacherei im Erzgebir­ge hin. 107 Glashütten konnten hier bisher beschrieben werden. Zwei der ältesten Glashütten im Erzgebirge befin­den sich im Frauenbachtal bei Neuhausen. Eine dritte am Ahornberg unmittelbar an das Gelände des Freilichtmuseums grenzend.  Sie wurden bereits um das Jahr 1200 betrieben.

Glashütten waren "Holzfres­ser" und als solche gerade in der Besiedlungszeit geeignet, die riesigen Holzmengen, die bei der Rodung des dichten Waldes anfielen, sinnvoll zu verwerten. Später befan­den sich allein im Schwartenberggebiet fünf weitere Glas­hütten. Zwei davon arbeiteten in Oberseiffenbach und waren um 1500 im Umgang. Eine weitere stand am Abhang des Schwartenberges in Rich­tung Frauenbach am so genann­ten Schlösse. Sie war sowohl im 14., als auch im 16. Jahr­hundert im Umgang.

Eine weitere Wanderglashütte aus dem 15. Jahrhundert  fand sich am  Hetze - Gut. Wahr­scheinlich war eine dieser Hütten Vorgänger der von Justus Preußler genannt Glaser gegründeten Glashütte, von der es im Neuhausener Kirchenbuch heißt: "Heydelbach -allwo die Glashütte (wo nicht über und hinter der Frauenbach gemeint ist) - soll 1488 aufge­kommen sein". Sie war anfangs eine Wanderglashütte, wurde jedoch bereits um 1550 sesshaft und entwickelte sich seit Beginn des 18. Jahrhunderts zu einer Glasmanufaktur.

(Text: Dr. Albrecht Kirsche, Dresden)