Glasmacherfamilie Preußler

Die Familie Preußler bestimmte über Jahrhunderte die Geschicke der Heidelbacher Glashütte. Justus Preußler wird im Türkensteuerregister von Seiffen (1501) "Glaser "genannt. Sein Neffe (?) Wolf Preußler wandelte die Anlage von einer Wanderglashütte in eine sesshafte Glashütte. Bereits 1548 lieferte die Hütte Gläser an die spätere Kurfürstin Anna nach Annaburg.

In seinem  Wohnort Seiffen war Wolf Preußler auch als Richter tätig, was belegt, dass die Glasmacher zu dieser Zeit die sozial stärkere Gruppe gegenüber den Bergleuten im Dorf waren. Nach dem Tode Wolfs im Jahr 1572 führten seine Nachkommen namens Nikol diese Glashütte.

Die Purschensteiner Holzordnung von 1588 bestimmte, dass das Holz für die Glashütte vom Heger anzuweisen sei. Wohl auch aus diesem Grund übergab Nicol II. 1607 seinem Bruder Caspar die Glashütte. Nicol II. wurde Heger in der Herrschaft Purschenstein und konnte so die Glashütte besser mit dem notwendigen Holz versorgen.

Vor allem die Heidelbacher Glasmalerei erreicht vor dem 30jährigen Krieg einen hohen Stand. Der riesige Glasbedarf nach diesem Krieg, veranlasste Nicol III. nicht nur seine 1634 völlig zerstörte Glashütte wieder in Betrieb zu setzen, sondern zusätzlich eine neue Glashütte zu errichten. 1673 übergab er die untere Hütte seinem Schwiegersohn Elias Preußler und die obere seinem Schwiegersohn Johann Strauß, der 1641 an die Hütte gekommen war. Ende des 17. Jahrhunderts wird hier sowohl die Emailmalerei als auch der Glasschnitt ausgeführt, der von aus Böhmen stammenden Fachleuten um 1670 eingeführt. Im Jahr 1714 brannte die untere Hütte, die Preußlerhütte ab. Mit dem Verkauf dieser Glashütte durch Johann Gottfried P. im gleichen Jahr endete die Jahrhunderte währende Präsenz der Familie Preußler als Hüttenmeister und Glasmacher sowohl in Heidelbach als auch im gesamten Erzgebirge.

(Text: Dr. Albrecht Kirsche, Dresden)