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Die Heidelbacher Glashütte

Die Heidelbacher Glashütte wurde insgesamt mehr als 320 Jahre an diesem Ort betrieben und ist damit die Glashütte mit der längsten Betriebszeit Deutschlands und Tschechiens.

Im 30jährigen Krieg zerstörten wilde Banden die Hütte, man baute sie jedoch bald wieder auf. Unweit von Heidelbach I errichte­te der Hüttenbesitzer eine wei­tere, modernere Glashütte, Heidelbach II, die auf dem Gelände, auf dem sich heute noch das Haus der ehemaligen Gaststätte befindet. Die Hütte Heidelbach II wurde bis etwa 1790 und Heidelbach II bis etwa 1830 betrieben.

Als Hüttenmei­ster waren hier bis 1714 Mit­glieder der berühmten Glasmacherfamilie Preußler- bzw. Preißler und Strauß tätig.

1711 und besuchte der Kurfürst von Sachsen und König von Polen, August der Starke, den Ort Seiffen und sicherlich auch die Glashütte Heidelbach.

1714 kaufte Heidelbach I und 1721 Heidelbach II der Kammer­rat Michael Nehmitz. Er stand in Diensten  von Au­gust dem Starken. So beauf­sichtigte Nehmitz den Erfinder des Meißner Porzellans Jo­hann Friedrich Böttger bei des­sen Experimenten und war der erste Direktor der Meißner Por­zellanmanufaktur. Wie Funde zeigen, wurden auch in der Glashütte Heidelbach Experimente zur Porzellanherstellung vorgenommen.

In der Folgezeit blieb die Hütte im Besitz der Familie Nehmitz bzw. deren Verwandten Licht-wer. 1801 kaufte sie der Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Oberforchheim, Christian Heinrich Woydt.

Nach der Gebietsabtretung im Jahr 1815 war die Glashütte Heidelbach die einzige in Sachsen. So wurde angestrebt, die Hütte zu einer Kristallglasfabrik nach Wiener Vorbild umzugestalten. Diese Vorhaben scheiterte nicht nur am Holzmangel. So verkaufte von Woydt jun. Die Glashütte an Heinrich Kurt von Schönberg auf Pfaffroda und Dörnthal. Doch Streitigkeiten mit seinen Verwandten, den Schönbergs auf Purschenstein verhinderten eine Kontinuierliche Versorgung der Glashütte mit Holz.

Die letzte Nachricht zur Glasproduktion datiert in das Jahr 1827, in dem sich Apotheker aus Sayda und Olbernhau bei der sächsischen Regierung über die Schließung der Heidelbacher Glashütte beschweren, da sie von dort in der Vergangenheit ihre Apothekengläser bezogen, was nun nicht mehr möglich war.

(Text: Dr. Albrecht Kirsche, Dresden)