Wie die Glasmacherkunst ins Erzgebirge kam

Auf der Insel Murano bei Venedig war die Glasmacherkunst als Geheimnis gehütet worden. Ihre Verbreitung durch entflohene Glasarbeiter verfolgte man mit Mord. Ein Venediger namens Frasoni soll sich am Schwartenberg seßhaft gemacht und die erste Glashütte an verschwiegener Stelle des Miriquidi erbaut haben, wo er sich dem Zugriff der Häscher entziehen konnte. Später nannte sich Frasoni nach deutschem Sprachgebrauch Frohs. Dieser Name hat sich bis zum heutigen Tag in Seiffen gehalten.

Sagen und Mythen im Mittelalter

Die Menschen im Mittelalter wurden durch Sagen und Mythen stark in ihrer Sichtweise der Wirklichkeit geprägt. Das Mittelalter war einerseits stark durch die christliche Religion geprägt, die das öffentliche Leben prägte, es war aber andererseits auch eine Zeit des Aberglaubens, der Ängste, Hoffnungen und Befürchtungen der Menschen, die kunstvoll in Geschichten, Balladen und Lieder gekleidet wurden. So kam es, dass vielerorts Minesänger, Geschichtenschreiber und Märchenerzähler durch die Länder zogen und in Dörfern und Schlössern gleichermaßen ihre Kunst vortrugen, um damit andere Menschen zu unterhalten und zu belehren.

Die Mythen, die sie vortrugen, bezogen sich auf ganz unterschiedliche Arten von Erscheinungen des Lebens, der Naturgewalten, der Schicksale des Menschen bis hin zum Tode, aber auch auf die Böswilligkeiten heimtückischer Mächte - und waren immer dem Willen Gottes zugeordnet.

Die Weltanschauung der Menschen basierte auf dem christlichen Glauben, ging somit aber auch von einem ewigen Kampf zwischen Gott und dem Teufel, dem Guten und dem Bösen aus, nach welchem die menschliche Existenz nur zwei Zielrichtungen haben konnte : entweder nach einem entsprechend auf die Erfüllung der göttlichen Gebote, wie die die Kirche und die Heilige Schrift lehrten, ausgerichteten Leben die Erlösung im Jenseits zu erlangen, also "in den Himmel zu kommen" oder auf ewig im Höllenfeuer verflucht zu sein.

Viele Mythen und Sagen entstanden dadurch, dass den "normalen" Bürgern keine oder doch nur wenige Möglichkeiten gegeben waren, unerklärliche Vorgänge und Ereignisse zu verstehen. Auf der Suche nach Erklärungen, wie etwa die Wirkungen der Naturgewalten, entstanden aus vielen Spekulationen und mit Hilfe der Phantasie von Generation zu Generation weitergegebene Geschichten - die Mythen.

Die Sage dagegen ist eine phantasievolle Erzählung, die sich auf in ihrem Kern durchaus wahre Begebenheiten bezieht bzw. auch der konkreten Lebenswelt der Menschen befasst, diese jedoch ausdeutet und ausschmückt. Verschiedenen Arten von Sagen sind u.a. Drachensagen, Heldensagen aber auch Schelmenstreiche.

(Text: Catrin Bilz, Seiffen)