Familie von Schönberg in Sachsen und auf Purschenstein

Nach der Überlieferung stammt die Familie von Schönberg von der Veste Schönberg bei Naumburg. Sie wird in den Urkunden der Bischöfe von Naumburg 1157 erstmals genannt. Erste bekannte Besitztümer waren Roth-Schönberg und Zschochau. Im 14. Jahrhundert kamen die Herrschaften Sachsenburg (bis 1610) und Purschenstein hinzu.

Diese Besitztümer der Schönbergs waren zunächst meist Lehen der Markgrafen oder auch der Burggrafen von Meißen. Viele der ersten Schönbergs hatten hohe Ämter bei den Wettinern, den Markgrafen von Meißen und den späteren Herzogen, Kurfürsten und Königen von Sachsen. Sie waren Ritter, Räte, Hofmeister, Marschälle, Berghauptleute, Minister und Kammerherrn und prägen mit ihren Burgen und Schlösser die sächsische Landschaft. Caspar und Dietrich waren als Bischöfe von Meißen (1451 ? 1463, 1463 ? 1476) oder Dietrich und Johann als Bischöfe von Naumburg (1481- 1492; 1492 ? 1517) Reichsfürsten. Die herausragende Gestalt ist Kardinal Nikolaus (1472 ?1537), der als Erzbischof v. Capua und Gesandter des Papstes ganz Europa bereiste. Sein Bruder Antonius wirkte bei der Einführung Reformation in Sachsen mit. Fast zweihundert Jahre lang stellen die Schönbergs, beginnend mit Wolf (1518 ? 1584), die Oberberghauptleute des Erzgebirges in Freiberg. Abraham (1640 ? 1711) gilt als der bedeutendste unter diesen Oberberghauptleuten.1693 erscheint seine Berginformation. Georg Friedrich (1586 ? 1650) war einer der Verteidiger Freibergs vor den Schweden im Dreißigjährigen Krieg.


Bedeutende Vertreter der Familie auf Purschenstein:
 

Wolf Rudolph von Schönberg  wurde am 10.11.1668 auf Purschenstein geboren.

Seine Eltern waren Caspar Heinrich von Schönberg, Erb-, Lehns- und Gerichtsherr auf Purschenstein, Sayda, Dohlen und Proßen,  und Dorothee Agnes von Taube. Sein Bruder Caspar Reinhard verzichtete auf den  Purschenstein, nachdem er abgefunden worden war und so kam er nach dem Tod des Vaters 1695 in den Besitz Wolf Rudolphs. Wolf Rudolph von Schönberg war zweimal verheiratet. Seine erste Frau Esther Charlotte von Rochau schenkte ihm 3 Töchter und 2 Söhne, welche jedoch alle in jungen Jahren verstarben. 1718 starb auch diese und 1719 heiratete Wolf Rudolph Johanne Magdalene von Schönberg, eine entfernte Verwandte aus dem Haus  Sachsenburg. Ihnen waren keine Kinder beschieden.

Im Dienste Sachsens erlangte er  hohe Anerkennung, wurde 1702 zum Amtshauptmann, 1707 zum Grenzsteuereinnehmer der Erzgebirgischen Grenze, 1718 zum Kammerherrn, 1728 zum Obersteuereinnehmer und 1733 zum Geheimrat ernannt. Er hatte das Vertrauen August II. (der Starke), so  reiste er 1706 in dessen Auftrag nach Leipzig zur Audienz beim König von Schweden, der während des Nordischen Krieges (1700-1721) in
Sachsen eingefallen war. Während einer Reise im Dienste des Kurfürsten befiel ihn in Leipzig eine schwere Krankheit (Podagra = Gicht und eine schmerzhafte Halsentzündung). Es gelang ihm noch, nach Dresden zurückzukehren, wo er sich zur Erfüllung seiner Aufgaben oft aufhielt, starb dort jedoch am 31.5.1735. Wolf Rudolph von Schönberg starb ohne Erben.

Um den Besitz der Herrschaft Purschenstein entstand nun ein harter Erbstreit unter den verschiedenen Linien derer von Schönberg. Der Prozeß dauerte 30 Jahre. Ein Gerichtsurteil vom 12.5.1764 legte eine gemeinschaftliche Nutzung von sechs Familien fest. Das erwies sich jedoch als schwierig. Ein Versuch, 1768 den Gesamtkomplex zu verkaufen, scheiterte. Nach und nach erwarb Adam Rudolph von Schönberg die Anteile der übrigen Besitzer. In Ausübung seiner zahlreichen Ämter war er jedoch selten in Neuhausen. Zu seiner Zeit war das Rittergut meist verpachtet. (Text: Catrin Bilz, Seiffen)

 

Adam Rudolf von Schönberg (*Maxen 31.05.1712 * Dresden 08.02.1795)

Der Wirkliche Geheime Rath und General- Postmeister Adam Rudolf von Schönberg, war Herr auf Purschenstein, Sayda, Maxen mit Leuteritz und Lauterbach. 1737 wurde er Berg-Commissionsrat mit Sitz und Stimme, 1740 bei der Krönung des Kaiser Carl VII. zum Reichs-Ritter geschlagen und 1763 zum Generalpostmeister ernannt. Er kaufte diese Charge von dem Grafen Callenberg. In der Bestallung ist ausdrücklich gesagt, daß diese ohne Besoldung und ohne Ausübung einer Funktion verliehen werde. Das Gesuch Adam Rudolfs, wie die Generalpostmeister in anderen Landen das Posthorn führen zu dürfen und vom Porto befreit zu werden, wurde abgeschlagen. Am 17.02.1771 wurde er zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt, mit den damit verbundenen Vorrechten, mit Minister-Rang und dem Titel ?Exzellenz?.

Um 1760 kaufte Adam Rudolf von seinem Vater Reichstädt, welches durch seine Mutter Charlotte Christiane von Nostitz in die Familie gelangt war. Er ist Erbauer des Barockschlosses. 1772 gelangte er in den alleinigen Besitz von Schloss Purschenstein und zog dort auch ein. Zugleich wurde damals Purschenstein mit Zubehör aus Lehn- in Erbgut verwandelt. Er ließ die Burg zu einem barocken Schloss umbauen, Unterstützte den Bau der barocken Bergkirche in Seiffen und die Erweiterung der Anlagen im Bad Einsiedel.

Adam Rudolf war unvermählt und der letzte Generalpostmeister am Hofe zu Dresden. Er verstarb am 08.02.1795 an Entkräftung im 82. Lebensjahr und wurde am 13.02.1795 in der Kirche zu Reichstädt beigesetzt.
(Quelle: www.von-schoenberg.org)

 
Utz von Schönberg (1804 ? 1864)

In der Zeit des Utz von Schönberg und seiner Söhne Hans Eberhard und Horst Abraham erlebte der Purschensteiner Wald im 19. Jahrhundert den "Umbau" zu einem exakt eingerichteten überwiegend Reinbestandsforst. Ein umfangreicher Wegebau erfolgte in dieser Epoche. So  wurden einige nach den Herren von Schönberg (z.B. Eberhardweg) benannt.
(Text: Catrin Bilz, Seiffen)