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Kirche und Schule

Die Neuhausener Kirche wurde in ihrer heutigen Form in den Jahren 1863-1868 errichtet, nachdem ihre Vorgängerin 1863 einem verheerenden Ortsbrand zum Opfer gefallen war. 42 Gebäude, darunter auch die alte Schule, gingen damals in Flammen auf. Die neue Kirche wurde nach dem Plänen des Zschopauer Architekten Karl Wendler an der Stelle der alten erbaut. Unter den neugotischen Kirchen ist die Neuhausener eine der größten und schönsten im oberen Erzgebirge. In der Kirche befinden sich auch vier Farbglasfenster mit der Darstellung der Evangelisten. Diese entwarf Wilhelm Walther, der Schöpfer des Dresdener Fürstenzuges, der in Cämmerswalde einem Ortsteil Neuhausens geboren war.  

Das älteste bekannte Schulhaus in Neuhausen wurde 1553 erbaut. Es stand gegenüber der Kirche an der Brüxer Straße. Leider gibt es keine Aufzeichnugen über dessen Aussehen, jedoch kann man annehmen, dass es sich in der Einrichtung nicht wesentlich von seinem Nachfolger (1698 erbaut) unterschied, welcher wie folgt beschrieben wurde:

Es handelt sich vermutlich um ein kleines Fachwerkhaus, welches Schule, Wohnung und Stallungen des Küsters beherbergte. Die Wohnstube des Küsters war zugleich die Schulstube, was sich erst 1731 durch den Anbau einer Schulstube änderte. Gegenüber der Stube befand sich, durch eine Tür abgetrennt, vermutlich der Stall für Kuh und Pferd, unter der Treppe waren die Gänse untergebracht. In der oberen Etage befand sich sicher die Schlafstube.  

Professor Wilhelm Walther - Schöpfer des Dresdener Fürstenzuges

Wilhelm Walther wurde am 18. Oktober 1826 in Cämmerswalde als Sohn eines Revierförsters geboren.

Bereits in jungen Jahren brachte er seine ersten zeichnerischen "Waldgeheimnisse" zu Papier. Während seiner Schulzeit vertiefte er unter Anleitung von Meister Wanke, einem angesehenen Spielzeuggestalter aus Seiffen seine künstlerischen Fertigkeiten. Im Jahre 1842 begann er ein Studium an der Kunstakademie in Dresden. Von seinen ehemaligen Professoren Pechel und Hübner erhielt Wilhelm Walther dann auch den Anstoß, sich an der Ausschreibung für die Gestaltung der Wand am Stallhof in der Dresdener Augustusstrasse zu beteiligen. Nachdem er die gesamte Konkurrenz mit weitem Abstand hinter sich gelassen hatte, bekam er schließlich den Auftrag zur Realisierung des "Fürstenzuges".

In seinen Vorstellungen sollten alle Fürsten der Zeiten seit der Übernahme der Mark Meißen im Jahre 1089 durch die Wettiner bis hin zum 19. Jahrhundert in einem Zug durch die Auguststrasse zum Schloss ziehen. Letztlich, ganz am Ende des Fürstenzuges kommt er selbst daher. Zwischen seinen Professoren Peschel und Hübner und dem von ihm sehr verehrten Ludwig Adrian aus Meißen blickt er nachdenklich unter seinem Künstlerhut mit der breiten Krämpe hervor.

Am 13. Mai 1913 verstarb Wilhelm Walther im Alter von 87 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Matthäus- Friedhof in Dresden.