Haltbarmachen von Fisch

Eine Möglichkeit Fisch haltbar zu machen, ist das Räuchern. Dabei wird der frische, gesäuberte Fisch einen längeren Zeitraum dem Rauch von Holzfeuern ausgesetzt.

Mit dem sogenannten "Heißräuchern" kann der Fisch innerhalb weniger Stunden gegart und konserviert werden, ist dann aber nur wenige Tage. Das "Kalträuchern" dagegen ist für einen längeren Aufbewahrungszeitraum geeignet, die Konservierung dauert mehrere Tage. Geräuchert wird in einer Räucherkammer, in die Rauch aus einem speziellen Ofen oder dem Schornstein des Hauses geleitet wird. Man hängte auch die Räucherware direkt in den Schornstein hinein. Dies können Sie sich im Seiffener Freilichmuseums (Waldarbeiterhaus) genauer ansehen.

Alte Fischzucht

Ab der Besiedlung der Region wurde im Mortelgrund Fischfang betrieben. Die Bäche hatten noch genügend Fische, so dass eine gezielte Fischzucht nicht notwendig war. 1451 wurden "die Teichen, Fischereien und Mohlen (Mühlen)" als herrschaftliche Besitzungen in einem Lehensbrief erwähnt.

Um 1520 befand sich an der Stelle der jetzigen Fischzucht eine Schmelzhütte, welche vermutlich dem Großkaufmann Bartel Welser aus Augsburg gehörte. Um 1550 brannte diese Hütte ab. Und etwa 10 Jahre später wurde an dieser Stelle eine neue Hütte, die "Roselers Huett" erbaut. Die heute noch vorhandenen Schlackehalden sind aus dieser Zeit.

Wegen des Bergbaus und des damit verbundenen Bevölkerungswachstums, vor allem aber wegen der Verschmutzung des Wassers, nahm der Fischreichtum vermutlich dramatisch ab. 1587 wurde der Mortelteich in einer Vermögensaufstellung der Purschensteiner Herrschaft genannt. Die für den Bergbau angelegten Teiche wurden auch mit befischt. Vermutlich begann man jetzt auch mit einer gezielten Fischzucht.

Um 1800 befanden sich an der Stelle der jetzigen Fischzucht immer noch Bergwerksanlagen. Ab 1900 wurde die Fischzucht im Mortelgrund wieder verstärkt betrieben. Dabei kam es aber immer öfters zu Konflikten mit den Eigentümern der Mortelmühle wegen der Wassernutzung. Denn die Besitzer der Mortelmühle hatten seit mehreren hundert Jahren das Recht zur Nutzung des von Sayda kommenden Wassers, welches nun aber auch vom Betreiber der Fischzucht beansprucht wurde.

Um 1920 wurden fast alle Teiche, Bäche und Wasser-gräben, auch die Mühlgräben der Mortelmühle vom Fischzüchter Engelhardt bewirtschaftet. Um 1950 werden fast alle Teichbesitzer der Region mit Forellenbrut aus der Mortelgrunder Fischhalterei beliefert. Die Fischhalterei gehört zum Fischwirtschaftsverband Dresden, Genossenschaft Freiberg. 1960 gehören zur Fischwirtschaft Teiche mit einer Größe von 1,17 ha.

In der DDR wurde die Fischproduktion stark subventioniert um die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Dabei kommt es jedoch auch zu seltsamen Situationen. Die Fischzüchter erhalten einen höheren Preis für ihre Fische bei der Abgabe in staatlichen Läden, als wie der Fisch dort dann an die Bevölkerung wieder verkauft wird.

Um 1980 brachte so die hobbymäßige Bewirtschaftung der Fischteiche nach Feierabend mehr Geld ein, als die meisten Angestellten durchschnittlich im Jahr verdienten. Mit der Wende 1989/90 wurde diese Situation abrupt beendet. Die Marktpreise für Forellen sanken rapide. Der Absatz ging enorm zurück und die Forellenzucht wurde deshalb kurz darauf aufgegeben.   

Heute wurde mit der Sanierung der historischen Fischzuchtanlage begonnen. Ab und zu gibt es auch wieder frischen Fisch zu kaufen.

Mehr Informationen finden Sie auf den Internetseiten zum Bergmännleinpfad.

www.bergmaennlpfad.de