Miriquidi

Als Miriquidi (= Dunkelwald, mirki = dunkel, vidu = Holz) wird heute der Urwald des Erzgebirges bezeichnet.

Dieser riesige, undurchdringliche Wald in den höheren Lagen des sächsischen Erzgebirges erstreckte sich über große Teile des heutigen südlichen Sachsens und wurde in damaliger Zeit Der Große Wald oder Der Böhmische Wald und mit dem Aufblühen des Bergbaues Erzgebirge genannt.

Die heute gebräuchliche Bezeichnung Miriquidi geht auf eine einzelne Quelle, eine Urkunde des Kaisers Otto II. vom 30. August 974 zurück. Darin schenkt er auf Bitten seiner Ehefrau Theophanu und des Gisiler, Bischof von Merseburg, der bischöflichen Kirche zu Merseburg einen Forst in diesem Bistum, im Gau Chutizi und in der Grafschaft Gunthers († 982) innerhalb bestimmter Grenzen zwischen den beiden Flüssen Saale und Mulde gelegen, und damit zugleich den Wildbann, also das Jagdrecht. Das geschenkte Forstgebiet, das nach dem Inhalt einer zweiten Urkunde wohl in der Nähe von Zwenkau lag, wurde als Miriquido bezeichnet. Wahrscheinlich war dieser Dunkelwald Miriquido mit dem Zwenkauer Wald identisch, der 997 an König Otto III. geschenkt wurde.

Eine eindeutig klare Zuordnung, dass dieser Wald Miriquido das heutige Erzgebirge sei, besteht nicht, zumal sich Teile des Erzgebirges auch östlich der Mulde erstrecken, die in diesem Fall keinesfalls gemeint gewesesen sein können. Dies wird auch untermauert durch die Tatsache, dass der Gau Chutizi das Gebiet der heutigen Stadt Leipzig umfasste und auf den Raum zwischen Saale und Weiße Elster eingegrenzt wird.

In der zwischen 1012 und 1018 entstandenen Chronik des Thietmar von Merseburg wird der Begriff Miriquidi (in silva, quae Miriquidui dicitur) erneut verwendet. Ferner kommt er in einer Urkunde Friedrichs II. vom 26. Februar 1162 vor.

(Quelle: Wikipedia)

 

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