Bären und Wölfe im Erzgebirge

Die Angst, die der mittelalterliche Mensch vor dem Wald hatte, war nicht unbegründet, wenn man bedenkt, dass in diesem im Mittelalter noch Wölfe und Bären lebten. Besonders in harten Wintern verließen diese schon mal ihr gewöhnliches Jagdgebiet und brachen in die Siedlungen ein. Vor allem hatten sie es dabei auf die Haustiere abgesehen, aber auch Menschen mussten sich dann in Sicherheit bringen.

In der kursächsischen Holzordnung von 1560 werden so die Einwohner verschiedener Erzgebirgsorte zur Beteiligung an Wolfsjagd verpflichtet. Vor allem nach dem Dreißigjährigem Krieg hatten sich die Wölfe wieder stark vermehrt. Daher bestand noch bis ins 18. Jahrhundert hinein ein regelrechter Wolfsdienst, welcher den Dorfbewohnern zwar wenig begehrenswert erschien, deren Notwendigkeit sie aber dennoch einsahen.
Wolfs– und Bärenfang waren im Erzgebirge auch mit Hilfe einer Wolfsgrube üblich. Um 1800 hatte man die Wolfsplage im Erzgebirge beseitigt - alle Wölfe waren tot.