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Frühe Kulturen im Erzgebirge

Das gesamte Erzgebirge war einst von Wäldern bedeckt. Dies und das unwirtliche Klima verhinderten lange Zeit seine dauernde Besiedlung. Es waren wohl Jäger, die bereits im Neolithikum, also vor ca. 5000 Jahren, bis auf den Kamm des Gebirges vordrangen. Als Zeugen fand man im Hochmoor bei Kliny/Göhren eine Steinaxt mit breitem Nacken und quadratischem Querschnitt sowie eine facettierte Streitaxt. Aus gleicher Zeit stammt ein Schuhleistenkeil den man bei Mnišek fand. Auch in Seiffen-Heidelberg fand man beim Abriss eines Hauses eine Steinaxt aus dieser Zeit. Allerdings könnte diese Axt im Dachstuhl eines jetzt nicht mehr vorhandenen Hauses aufbewahrt worden sein und woanders her stammen. Nach abergläubigen Ansichten, soll so eine Axt vor Feuer schützen. Außerdem fand man ebenfalls bei Kliny/Göhren am Brandweg eine eiserne Lanzenspitze und im Sperbergrund ein eisernes, sichelförmiges Instrument, das auch eine Waffe gewesen sein könnte. Funde bei Meziboří (Schönbach) in Form von Bruchstücke eines Lignitarmringes und Scherben gehören wohl zu einem Grab der Kelten, die im böhmischen Becken von etwa 700 bis 100 vor Christus siedelten.

Seit etwa Mitte des 6. Jahrhunderts siedelten Slawen in Böhmen. Siedlungsreste, die zu den frühesten slawischen Funden gehören, entdeckte man auf dem erzgebirgischen Hradiste/Burberg bei Chomutov (Komotau). In der Umgebung der Alten Salzstraße konnten bislang keine slawischen Funde geborgen werden. Jedoch hinterließen sie Flurnamen in ihrer Sprache: wie die Ortsnamen Sayda (Zavidov – Ort des Zavid), Clausnitz (Ort des Claus oder Ort mit einer Clause); Gewässernamen: Biela, (die Weiße) oder Chemnitzbach (Steinbach). Diese Bezeichnungen deuten an, dass sich Slawen im Gebirge aufhielten. Wahrscheinlich handelte es sich ebenfalls um Jäger, die sich anhand dieser Flurnamen orientierten. Siedlungen schufen sie im hiesigen Teil des Kammgebietes wohl nicht.

(Text: Dr. Albrecht Kirsche, Dresden)