Freie Presse, 29.01.2000

Sayda = Zavidove, Saidove, Seydove, Saydow - ist wahrscheinlich die älteste Ansiedlung im oberen Erzgebirge.

Das Gebiet um Sayda wurde etwa in der Mitte des 12. Jahrhunderts von Süden her besiedelt und vom Königreich Böhmen in Besitz genommen. Damals sollen Zisterziensermönche aus dem böhmischen Kloster Ossegg(Osek) den "Miriquidi" (=Dunkelwald) nach Gold und Silber durchforscht haben.

Slavko der I. von Riesenburg (Gründer des Zisterzienserkloster Osek und Erbauer der Riesenburg) errichtete um 1200 eine Straßenburg als Grenz- und Zollstation. Sicherlich gab es hier auch vorher schon eine kleine Siedlung, in der die Fernhändler Schutz, Unterkunft und Verpflegung fanden. Die Siedlung in Sayda, damals Zavidow, wuchs schnell. Man baute eine Kirche und eine Stadtmauer entstand. Sayda bot mit seiner Burg Schutz für die böhmische Straße und die ringsherum entstandenen Siedlungen (z.B. Friedebach).
1207 wird "Zavidow" erstmals in einer Urkunde des Zisterzienserkloster von Ossegg erwähnt. In dieser ist bestimmt, dass das Kloster einen Zehnt der Zoll- und Gerichtseinnahme von "Zavidow" jährlich erhalten soll.

Sayda ist damit die älteste heute noch erhaltene Stadt auf dem Erzgebirgskamm.

Bis ins 14. Jahrhundert verlief nördlich der heutigen Stadt Sayda die böhmische Grenze. Markgraf Heinrich der Erlauchte erwarb Sayda Mitte des 13. Jahrhunderts. Das Gebiet Sayda wurde aber nochmals an Böhmen verlehnt, ehe es Anfang des 14. Jahrhunderts endgültig zur Marktgrafschaft Meißen kam.