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Salz

"Speisesalz, Kochsalz oder Tafelsalz (umgangssprachlich einfach „Salz“) ist das in der Küche für die menschliche Ernährung verwendete Salz. Es besteht hauptsächlich aus Natriumchlorid mit einem Anteil von bis zu drei Prozent anderer Salze, wie unter anderem Magnesiumchlorid und -sulfat. Zur Verbesserung seiner Eigenschaften werden meist noch geringe Mengen anderer Stoffe hinzugefügt. Derart bearbeitetes Salz wird auch raffiniertes Salz genannt.", so steht es in vielen Lexiken.

Ist Salz aber nicht noch viel mehr?

Wir nutzen Salz jeden Tag hundertfach und nehmen es doch kaum noch war. Mit Salz salzen wir unsere Speisen, mit Salz kann man gekochtem Gemüse seine frische Farbe erhalten, Eiskrem zum Gefrieren bringen, Schlagsahne rasch steif werden lassen, aus kochendem Wasser mehr Wärme ziehen, Rost entfernen, weiße Baumwollwäsche stärken, Flecken auf Kleidern beseitigen, Kerzen am Tropfen hindern und Schnittblumen frisch halten. Die chemische Industrie kennt weitere 14000 Anwendungen... so die Herstellung von Arzneimitteln, das Auftauen vereister Straßen, die Düngung landwirtschaftlicher Anbauflächen, die Fertigung von Seife, das Weichmachen von Wasser und das Färben von Textilien. Salz konserviert. Bis heute nutzen wir es, um Nahrung haltbar zu machen. Die Ägypter benutzten Salz zum Einbalsamieren ihrer Mumien. Für die Juden symbolisiert Salz den Bund, den Gott mit Israel schloss. Im 4.Buch Moses steht: "Das soll ein Salzbund sein für immer vor dem Herrn für dich und für deine Nachkommen mit dir." Treueverhältnisse und Freundschaften werden mit Salz besiegelt, weil es eine unveränderliche Substanz ist. Für die Christen symbolisiert Salz nicht nur Langlebigkeit sondern auch Wahrheit und Weisheit. In der katholischen Kirche wird "Sal Sapientia", das Salz der Weisheit, neben geweihtem Wasser verwendet.

In einem fast vergessenen Märchen, dem Märchen von der Prinzessin Mäusehaut aus der Sammlung der Gebrüder Grimm, will ein König wissen, welche seiner Töchter ihn am liebsten hat. Die älteste sprach, sie habe ihn lieber als das ganze Königreich; die zweite, als alle Edelsteine und Perlen auf der Welt; die dritte aber sagte, sie habe ihn lieber als das Salz. Der König ward aufgebracht, dass sie ihre Liebe zu ihm mit einer so geringen Sache vergleiche, übergab sie einem Diener und befahl, er solle sie in den Wald führen und töten. Der ist ihr aber treu und würde sogar mit ihr gehen, aber sie verlangt nur ein Kleid aus Mäusehaut. Damit begibt sie sich als Mann in des Nachbarkönigs Dienste. Als Diener einen teuren Ring von ihr finden, muss sie sich offenbaren. Sie ist so schön, dass der König sie heiratet. Auf der Hochzeit beschwert sich ihr auch eingeladener Vater über das ungesalzene Essen. Erst jetzt, als ihm das Salz fehlt, erkennt er dessen Wert und demnach auch, wie sehr ihn seine Tochter liebt.

Heute ist Salz überall zu bekommen und billig. Haben wir deshalb vergessen, dass Salz von Anbeginn unserer Zivilisation bis noch vor hundert Jahren eines der begehrtesten Güter der Menschen war?

Was für uns heute ein Pfennigartikel ist, war noch bis vor hundert Jahren, vor allem aber im Mittelalter von allerhöchster Bedeutung und von großem Wert. Nicht umsonst wurde Salz auch das "Weiße Gold" genannt.

Salz gab es immer genügend, jedoch war es nicht in allen Teilen unserer Erde gleich verfügbar. Das Salz musste oft über weite Entfernungen transportiert werden - die an dem Salzhandel entlang der "Salzstraßen" beteiligten Städte, wie Lübeck, Magdeburg, Prag, Salzburg und Venedig wurden reich und mächtig, einigen von ihnen ist das auch heute noch anzusehen.

Viele wichtigen Handelswege, auf denen Salz transportiert wurden, bekamen den Namen Salzstraße bezeichnet. Noch heute finden wir diese Bezeichnung als Straßenname und als Bezeichnung für historischen Wege.