Sie sind hier: Salz und Geschichte / Fernhandel im Mittelalter

Fernhandel im Mittelalter

Die Texte dieser Seite wurden teilweise von der Homepage
www.mittelalter-server.de übernommen.

Wie alles begann...

Wie war es wohl vor Äonen, zu Beginn, als wir anfingen Siedlungen zu bilden, deren Bewohner vornehmlich aus Sippen bestanden? Der Bedarf des alltäglichen Lebens wurde aus und von der Sippe befriedigt. Mit der Zeit bildete sich jemand heraus, der es besser verstand, das eine oder das andere herzustellen. Auf geheimnissvolle Weise waren die Krüge von Vertus haltbarer und auch schöner anzusehen, als die Anderer. Konsequenterweise gab Vertus nicht Preis, was er anders machte. Das Geheimnis seines Erfolges gab er an seine Nachkommen weiter. In einer anderen Sippe aber, war Theheme, die es besonders verstand, den Stoff zu weben. Ihr Stoff war haltbarer und die Muster viel gefälliger. Auch Sie folgte dem Beispiel, das Geheimniss nur in der Familie weiter zu geben. Wenn Thehemes Familie nun einen Krug brauchte, war es zwar ein langer Weg bis zu Vertus, aber er lohnte sich, und Vertus bekam eine neue Decke. So oder ähnlich mag es gewesen sein, als der Tauschhandel begann. Die Sippen wuchsen, teilten sich, die Kinder zogen fort und das Wissen veteilte sich über das Land. Auf den Wegen, die nun immer weiter wurden, wenn man etwas besonderes wollte, oder etwas brauchte, was es im eigenem Ort nicht gab, traf man sich nicht selten, an Wegkreuzungen, Furten, Brücken oder Rastplätzen, Orte halt, die für eine Rast besonders geeignet waren. Und irgendwann kam jemand auf die Idee, sich in Zukunft auf halbem Wege zu treffen, und den Tausch an diesen Rastplätzen abzuhalten. Doch nicht immer wurden die Verabredungen eingehalten und nicht immer, war ein adäquates Tauschobjekt vorhanden. Es musste also etwas als Tauschobjekt her, das immer einen Wert besass. Schmuck zum Beispiel, Bronze, Eisen, Kupfer, Silber... Die Entwicklung zu Marktplätzen und Edelmetall als Tauschobjekt zeichnete sich schnell ab. Funde aus der Bronzezeit belegen Spangenbarren aus Bronze, die wohl dem selben Zweck dienten. Kluge und Findige entdeckten schnell die Möglichkeit, den Leuten die Wege abzunehmen und damit selber etwas zu vedienen. Sie fuhren zu Vertus und kauften Krüge und zu Theheme und kauften Stoffe und fuhren mit Ochsenwagen dorthin, wo es keine Krüge und keine Stoffe gab. So mag es sich verhalten haben, als die ersten Händler und der Gedanke des Kaufmannes geboren wurde.

zum Seitenanfang zurück

Wie es zum Fernhandel kam...

Der Fernhandel begann nicht erst im Mittelalter. Doch gewann dieser für Europa im Mittelalter eine besondere Bedeutung.

  • Ursache hierfür waren wohl die Kreuzzüge in das Heilige Land. Durch diese entdeckten die Kreuzfahrer in einem besonderem Masse die Vielfalt der Güter aus der Welt südlich des Mittelmeeres. Obwohl es bereits vor den Kreuzzügen Handelsbeziehungen in den arabischen Raum und auch darüber hinaus gab, entwickelte sich durch die Kreuzzüge ein neuer Warenbedarf an den Fürstenhöfen, den wir heute vielleicht mit den Bereich Lifestyle beschreiben können.
  • Der zweite wesentliche Grund für den Fernhandel war die Nachfrage nach Sklaven. Besonders Prag und Magdeburg entwickelten sich zu Umschlagplätzen für Sklaven in Mitteleuropa im 9. und 10. Jahrhundert.
  • Der dritte Grund war der Salzbedarf. Viele Regionen verfügten über kein Salz und waren deshalb auf die Fernhändler angewiesen.

Wer waren die Fernhändler?

Von Nationalitäten nach unserem heutigem Verständnis können wir im Mittelalter nur schwer trennen. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe definierte sich nicht durch "nationale Merkmale" wie wir sie heute verstehen. Daher ist es auch nicht möglich zu sagen, welchen Nationalitäten Fernhändler vorrangig angehörten. Die drei wichtigsten Gruppen, aus denen sich vornehmlich Fernhändler bildeten waren