Bodendenkmal Hohlwegebündel an der Alten Salzstraße

Tipp:

Auf unserer Wanderung kommen Sie zum Beispiel an folgenden Gasthöfen vorbei:

Hotel Kreuztanne in Sayda OT Friedebach
Altsächsischer Gasthof „Kleines Vorwerk“
Landhotel „Grünes Gericht“ in Neuhausen
Hotel Erbgericht „Buntes Haus“ Seiffen
Hotel „Zum Einsiedler“ in Deutscheinsiedel

... in Tschechien

Übrigen: Diese gestalten eine  Rast wirklich angenehm!

Hohlwege am Wegeabschnit Kleines Vorwerk - Schwemmteiche

Hohlwege gibt es an vielen Stellen entlang der Alten Salzstraße. Eine Besonderheit finden wir  im Wald hinter dem Altsächsischen Gasthof "Kleines Vorwerk". Hier haben die Fuhrwerke der Reisenden gleich ein ganzes Bündel von Hohlwegen hinterlassen. Einige davon sind heute immer noch fast 4 Meter tief, obwohl Fuhrwerke hier schon lange nicht mehr durchgefahren sind. Über 10 Hohlen sind hier nebeneinander, oft nur wenige Meter voneinander entfernt, zu finden. Dieses Hohlwegebündel wurde deshalb 1980 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.

Transporte auf der alten Salzstraße

Ibrahim ibn Jacub schrieb um das Jahr 960, dass er das Gebirge von Nerchau nach Brüx/Most durchschritten habe. Daraus lässt sich ableiten, dass er keinerlei Fahrzeuge nutzte. Selbst Hinweise auf die Nutzung von Huftieren, wie etwa Esel, fehlen für die Alte Salzstraße für die Zeit um 900. Bis etwa zur Wende vom ersten zum zweiten Jahrtausend waren die alten Wege hauptsächlich ausgetreten worden.  Da aber Hohlen, diese langen Erdmulde, mindesten an die Nutzung Huftiere gebunden sind, die eben mit ihren Hufen die Erde aufkratzen, die dann an den Hängen meist noch ausgespült wurden, hinterließen die Transporte bis zu dieser Zeit kaum heute noch sichtbare Spuren. Mit den Siedlern kommen um die Jahrtausendwende auch Fahrzeuge ins Gebirge, es mögen zweirädrige Karren gewesen sein. Zu dieser Zeit entstanden auch die die ersten Hohlen. Natürlich waren Trassen, wie die Alte Salzstraße auch immer Heeresstraßen, auf denen Truppen das Gebirge überschritten.
Im 14. Jahrhundert richtete man Geleitstätten ein, die sich meist in der Nähe der Burgen befand. Die  Grundherrschaft Purschenstein hatte an der Alten Salzstraße zwei Geleitstellen. Eine befand sich am Schloss Purschenstein, die zweite in Sayda. Aus den Geleitsakten ist zu entnehmen, welche Transportmittel genutzt wurde und wie stark die Alte Salzstraße frequentiert wurde. Darin sind etwa für das Jahr 1765 Wagen mit einem oder zwei Pferden verzeichnet. Viele zahlen das Geleitsgeld für die Tragen. Es werden viele Hausierer  dabei gewesen sein. Im Winter transportieren kam  natürlich der Schlitten zum Einsatz, sowohl der Pferdeschlitten als auch der Handschlitten.  Sehr häufig wird der Schiebebock (Radkarren) genannt. Bei Neuhausen gab es einen Zweigweg, den so genannten "Schiebeböcknerweg". Dieser Weg war kurvenreicher und schmaler. So waren die Ausweichmanöver in den Hohlen nicht so gefährlich. Die eingenommen Geleitsgelder sollten für die Instandhaltung der Straßen verwendet werden.

(Text: Dr. Albrecht Kirsche, Dresden)