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Flößerei und Holztrift

Flößerei und Trift (von „treiben lassen“) bedeuten Transport von Baumstämmen, von Scheit- oder Schnittholz auf Wasserstraßen, wie er bis etwa zum Beginn, gelegentlich auch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts üblich war. Dabei wird zwischen zwei Arten unterschieden: Ist das Holz zusammengebunden, spricht man vom Flößen, wenn nicht, vom Triften.

Bei der Trift wurde das Holz einfach an einer Stelle in den Flusslauf geworfen und an anderer wieder an Land gebracht. In den meisten Fällen handelte es dabei um die Brennholzflößerei,  Wertholz wurde vorrangig gebunden transportiert.

Besondere Anwendung fand die Trift im Frühjahr und im Herbst, da die Flüsse zu dieser Zeit mehr Wasser führten. Es wurden zur Trift auch eigens Gräben angelegt. Einer von ihnen ist die „Neugrabenflöße“, über die vom Dorf Fleyh aus Holz zu den Hammerwerken und Bergbaugruben Sachsens transportiert wurde.

In den Bächen im Erzgebirge herrschte oft eine so geringe Wasserführung, dass der Transport ungeteilter Baum-stämme unmöglich war. Um eine ausreichende Wasserführung sicherzustellen, war häufig sogar erforderlich, Wasserspeicher in Form von Stauseen oder -teichen anzulegen.  In ihnen wurde das Holz gesammelt und meist beim Einsetzen der Schneeschmelze  auf den Weg den Wasserlauf hinunter gebracht. Eine zeitliche Abstimmung war hierbei notwendig, denn während der Trift konnte das Wasser nicht zum Betrieb der am Bach gelegenen Mühlen, Säge- und Hammerwerke, Poch– und Drehwerke genutzt werden. Um zu verhindern, dass das treibende Holz Schäden an den Anlagen verursachte, mussten die Wasserversorungskanäle vorübergehend abgesperrt werden.

Wegen der genannten Probleme war das Flößen im Erzgebirge, bis auf wenige Ausnahmen, keine ganzjährige Beschäftigung. Sondern es fand in den wenigen wasserreicheren Wochen des Frühjahrs und Herbstes statt. Um hierbei einen reibungslosen Ablauf zu sichern, wurden Holzfäller, Waldarbeiter, Köhler und andere Dorfeinwohner zur Arbeit mit heran gezogen.