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Lehrpfad "Durch die Natur und die Geschichte von Osek"

Vom Klášterní námestí (Klosterplatz) können wir den Lehrpfad "Durch die Natur und die Geschichte von Osek" antreten. Er Wurde durch gemeinsame Arbeit freiwilliger Naturschützer und Angestellter des Bergdienstes errichtet. Gegenwärtig wurde das Orientetionssystem dieses Pfades erneuert, in Zusammenarbeit mit dem Umweltreferat das Kreisamtes in Teplice. Die Trasse beginnt beim Kloster, bei dem der erste Haltepunkt ist. Zum zweitenmal können wir bei einem weiteren Objekt stehenbleiben, der ersten, ältesten Manufaktur in Böhmen, gegründet schon im Jahre 1697. Bis zum heutigen Tag haben sich hier zwei Gebäude erhalten, die senkrecht zu sich stehen, und ein Wasserbehälter, den einst zum Betrieb der Manufaktur genutzt wurde.

Wir setzen den Weg fort entlang des Oseker Teiches, meistens durch einen Laubwald (Esche, Eiche, Erle, Birke, Weissbuche, später nimmt Bergahorn und Lärche zu) mit vielen weiteren Pflanzen. Zu den geschützten Arten gehört das Maiknabenkraut und die Dauermondblume. Wir gehen unter der Bahnstrecke Most - Moldava hindurch und befinden uns bei einem weiteren Haltepunkt des Lehrpfades, bei Ameisenhaufen, die hierher von den Teplitzer Naturschützern aus der Reservation Vršícek bei Bílina (Bilin) gebracht wurden, die einer Schachtdeponie weichen musste.

Nach einer Weile dreht sich der Weg nach Norden und führt uns durch einen Buchenwald in eine Felsengruppe zwischen Sandsteigebilde des geschützten Naturdenkmals Saleisiushöhe (422 m Seehöhe). Diese wurde nach Salesius Krügner benannt, eines in den Jahren 1835-1842 amtierenden Oseker Abte und großen Bewunderers der Erzgebirgsnatur. Eine Weile wandern wir durch dieses stille Reich der bizarren Felsblöcke und vielmals komisch wachsender Buchen. In den Sandsteinkonglomeraten erscheinen häufige Abdrücke versteinerten Süsswassermuscheln.

Nicht lange danach erreichen wir einen steilen Abhang. Wir bleiben an einer Gneisfelswand stehen, die direkt am Erzgebirgsbruch liegt, welcher in uralter geologischer Zeit als Folge einer gegenseitigen Bewegung von Edrindeschollen entstand. So kommen wir in das Gebiet, wo zwischen Hrob, Mikulov, Moldava und Osek (Klostergrab, Niklasberg, Moldau und Ossegg) Silbererz gewonnen wurde. Bis zum heutigen Tag haben sich einige Stollen erhalten. An einem von ihnen gehen wir vorbei. Er ist mit vielen Sagen umwoben und bekam den namen Certova díra (Teufelsloch). Während des Dreißigjährigen Krieges warf angeblich der Bauer Hans Krawatt aus dem unweiten Loucná (Ladung) in diesen Stollen mit Hilfe seiner Knechte schwedische Soldaten, die es ihm gelang zu töten.

Bald verlassen wir den Wald und befinden uns auf der Krásná vyhlídka (Schönen Aussicht), wo man weit in die Gegend blicken kann. Tausende von Touristen, die hierher kamen, konnten die entzückende Aussicht auf die bezaubernde Landschaft mit der Silhuette des Oseker Klosters im Vordergrund bewundern. In den umliegenden Felshöhlen überwintern Fledermäuse. Wir setzenden Weg fort und kommen wieder in den Wald. Der Weg beginnt heftig zu steigen. Zu dieser Weile kommen wir in den nördlichsten Teil des Lehrpfades, in die Reservaion Vlcí dul (Wolfsgrund), voll von verschieden großen Steifalten, welche ein Beleg für die geologischen Prozesse im Paläozoikum sind. Eine von ihnen wurde zum geschützten Naturdenkmal erklärt.

Das Naturschutzgebiet Vlcí dul (Wolfsgrund) ist vorwiegend zum Schutz alter Buchenwälder bestimmt, die leider in den letzten Jahren Teilweise gefällt wurden. Es befand sich hier eine Menge von hohlen Bäumen, die von den Vögeln zum Nisten benutzt werden. Zu ihnen gehören der Schwarzspecht, der Buntspecht, der Waldkauz, die Hohltaube, die Goldamsel, der Krammetsvogel, der Waldhabicht, und eine Reihe weiterer. Am Gebirgskamm und den Berggipfeln leben Birkhähne. Wenn wir still und vorsichtig weitergehen, können wir hier den Hirsch und das Reh begegnen, es lebt hier auch das Wildschwein, wie den kleineren Tieren das Eichkätzchen, der Waldmarder und der Fuchs.

Beim Abstieg durch den Vlcí dul (Wolfsgrund) gehen wir an der Ruine der umfangreichen Rýzmburk (Riesenburg) vorbei, die aus den Jahre 1240-1250 stammt. Gegenwärtig ist die Burg aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich. Sie steht auf einer hohen Felswand, die damals waldlos war. Auf der höchsten und sichersten Stelle befinden sich die Reste eines dreistöckigen Palastes, der auf rechteckigem Grundriss erbaut wurde. Südöstlich unter ihm erstreckt sich die trapezförmige obere Burg mit zylindrischem Wachturm und prismatischem Wachturm und primatischen Turm, zu dem im 14. Jahrhundert eine Kapelle angebaut wurde. An diesen Teil schließen sich dann die Reste der sich senkenden Vorburg an. Der weitere angenehme Spaziergang führt uns zur Barockkapelle aus dem Jahre 1721 und weite entlang einer schmalen Straße, umgeben von Wiesen, zwischen bewaldeten Abhängen mit interessantem Verbau.

Der letzte Haltepunkt des Lehrpfades ist das Denkmal an die Katastrophe am Schacht Nelson III, bei welcher im Jahre 1934 144 Menschen umgekommen sind. Autor des um ein Jahr später enthüllten Denkmals ist der akademische Bildhauer Karel Pokorný. Von hier sind es schon nur noch einige Schritte zurück in das gastfreundliche Osek.

Text: Ing. Jirí Hlinka