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Die Arbeit des Konvents heute

Auf Inititative von Abt Bernhard entfaltet sich seit dem Jahre 1993 die Tätigkeit des Klosters. So wurde ein enger Kreis von Mitarbeitern auf geistlichem Gebiet gegründet. Diese sogenannten Oblaten legen das Versprechen ab, in ihren Familien nach den Regeln des Hl. Benedikt zu leben und eine geistige Stütze für das Kloster zu werden.

Die traditionelle Wallfahrt der Zisterzienser nach Mariánske Radcice (Maria Radschitz) wurde Mitte der 90er Jahre wiederbelebt und findet seitdem regelmäßig am 13. Tag jeden Monats, dem sogenannten Fatimatag, statt. Auch begann ein kulturelles Leben vor allem in Form von Konzerten geistlicher Musik.

Die wechselvolle Geschichte des Klosters Osek

Das über 800 jährige Klosters Osek hat Jahre des Wohlstandes und Einflusses ebenso erlebt wie Zeiten der Bedrängnis und des Niedergangs. Dem Engagement seiner Mönche und der Weitsicht seiner Äbte verdankt Osek sein einzigartiges und bis heute lebendiges Kloster.
 
Auf Einladung Slavkos des Großen, Kämmerer des Königreichs Böhmen und Burggraf in Bilin, kamen Zisterzienser-Mönche aus dem oberpfälzischen Waldsassen und gründen 1196 das Kloster Osek.

Mit dem Bau der romanischen Abteikirche begann in den Jahren 1206 bis 1221 der Bau des steinernen Klosters.

Der hoffnungsvolle Aufstieg des Klosters endete zunächst mit den Hussitischen Kriegen 1419-1439), in denen es zur Verwüstung der Abtei kam und die nur wenige Mönche überleben. Das Kloster führte von da an ein kümmerliches Dasein, veräußert mehr und mehr seiner Güter, bis es im Jahre 1580 schließlich aufgelöst wurde. Bis 1626 dienten die Gebäude nun den Prager Erzbischöfen als Sommersitz, bevor wiederum die Zisterzienser nach Osek zurückkehrten.

Zu seiner großen Blüte kam das Kloster dann nach dem Dreißigjährigen Krieg. 1650 trat Laurentius Scipio an, der die Abtei sehr erfolgreich durch vier Jahrzehnte führte und den Grundstein für Jahrhunderte des Wohlstands legte. Die im Krieg ausgebrannte Kirche wurde erneuert und die Werkstätten, Meierhöfe und Wirtschaftsgebäude ausgebaut. Ein großer Obst- und Gemüsegarten entstand westlich des Klosters.

Der Nachfolger Scipios, Benedikt Littwerig, Abt von 1691 bis 1726, veranlasste die barocken Umbauten, Erweiterungen und Ausschmückungen, die das Bild der Abtei bis heute prägen. Es entstanden eine Brauerei, Klosterbibliothek, Apotheke und eine erste Textilmanufaktur. Abt Hieronymus Besnecker ließ schließlich um 1725 die großen Barockgärten anlegen. Abt Mauritz Elbel verteidigte Osek mit Erfolg gegen die von Kaiser Josef II. angestrengten Reformen und Klosterschließungen von 1783. Der Abt gründet die Bildergalerie, das naturwissenschaftliche Kabinett, ließ den Abtsaal aufwendig gestalten und den Abtgarten auf seine bis heute erhaltene Größe erweitern.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Kloster Osek zu einem bedeutenden Ort der Literatur und Wissenschaft, des sozialen und kirchenpolitischen Engagements.  In den Jahren 1875 bis 1877 werden unter den Äbten Sales Mayer und Ignác Krahl das Kloster komplett renoviert und die Gärten im landschaftlichen Stil umgestaltet. 1945 wurde Abt Eberhard Harzer gemeinsam mit den deutschen Mönchen interniert und 1946 nach Österreich ausgewiesen. Bis 1950 lebten Salesianer im Kloster. Danach war das Kloster ein Internierungslager für Ordenspriester und ab 1953 für tschechische Nonnen verschiedener Orden entsteht. Kostbare Bestände der Klosterbibliothek, alte Handschriften, Drucke und Gemälde wurden in verschiedene Museen zerstreut. Die Klosterkirche wurde schließlich der Öffentlichkeit als Kulturdenkmal zugänglich gemacht.

Nach 46 Jahren zog wieder neues zisterziensisches Leben  in die alten Mauern ein. Das Kloster wurde nach der politischen Wende dem Orden zurückerstattet. Abt Bernhard Thebes trat 1991 sein Amt an. Seither widmet er sich mit der Unterstützung vieler Menschen vor allem der Wiederbelebung des christlichen Glaubens, der Betreuung Obdachloser und der Erneuerung der umfangreichen historischen Bausubstanz des Klosters.