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Das Ordensgewand

Jeder Orden hat seine eigene Kleidung. Die Zisterzienser fallen auf, weil sie schwarz-weiß gekleidet sind. Ursprünglich war das Gewand aus ungebleichtem Stoff, also "grau". Daher wurden die ersten Zisterzienser auch die "grauen Mönche" genannt.

Das Alltagsgewand besteht aus drei Teilen: aus einem weißen, bodenlangen "Habit" (Prägung, Kennzeichen). Das lange Gewand ist eigentlich eine Art "Taufkleid", durch das der Mönch zum Ausdruck bringt, dass er radikal Christus gehören will. Über dem Habit ist ein schwarzes "Skapulier" (Schürze). Zusammengehalten wird das alles von einem schwarzen "Zingulum" (Gürtel). Zum Chorgebet ziehen die Mönche noch eine weiße "Kukulle", das ist ein weißes Übergewand mit sehr weiten Ärmeln und Kapuze, über das Alltagsgewand, so dass sie danach ganz in weiß gehüllt sind.


Zisterzienser-Orden

Der Zisterzienserorden entstand aus dem ersten europäischen Benediktinerorden durch eine Reform der Ordensregeln, die zwischen den Jahren 1098-1113 der heilige Robert von Molesme durchführte und denen der heilige Bernhard im Burgunder Konvent in Citeaux (lateinisch Cistercium) nachfolgte.

Die Ordensregel gebietet gemeinsames Leben und Arbeit in Entsagung, in Buße und im Gehorsam (Ora et labora! = Bete und arbeite!). Ihr Tag teilte sich in Gottesdienst, Lesen der Heiligen Schriften sowie in Arbeit auf. Jeder Mönch hatte an den Wochentagen fünf bis acht Stunden körperliche Arbeit zu verrichten. Mit ihren Erfahrungen aus dieser praktischen Tätigkeit überragten die Zisterzienser die übrigen Orden bald. Deshalb wurden sie oft gerufen, um öde Grenzgebiete zu kolonisieren. Schon bald nach seiner Gründung 1098 im burgundischen Citeaux war der Orden der Weißen Mönche zur treibenden Kraft der Christianisierung geworden und verbreitete das Wissen um Agrar-, Forst- und Wasser-wirtschaft, Architektur und fortschrittliches Handwerk über ganz Europa.

In den Jahren 1197 bis 1199 siedelte der Magnat Slavek (aus dem Geschlecht der Hrabisic, auch Herren von Riesenburg) die Mönche auf seiner Herrschaft in Ossegg unter dem Erzgebirge an.
Die Zisterzienser kolonisierten die bewaldeten Gebiete im Erzgebirge und in der Umgebung von Ossegg.

Bevor die Ordensbrüder den idealen Standort für ein Kloster gefunden hatten und auch auf ihren Streifzügen durch das Gebirge lebten sie zunächst in einfachen Holzhütten. Schlicht und einfach wurden dann die Klöster gebaut, ohne Türme und fast ohne Farbe. Die Räume blieben ohne jeglichen Schmuck, denn alles, was die Aufmerksamkeit von der Betrachtung Gottes ablenkte, war untersagt.

In der Anfangszeit erledigten die Mönche auch die schwere  körperliche Arbeit selbst. Später wurden im Kloster Laienbrüder (Konversen) aufgenommen, die sich als Handwerker oder bei Rodungsarbeiten nützlich machten. Oft waren auch Spezialisten in der Land– und Forstwirtschaft unter ihnen.

In der Regel lebten die Laienbrüder getrennt von den Mönchen. Sie hatten ihren eigenen Speisesaal,  Schlafraum und Latrinen hatten. Für ihren Zutritt in die Kirche wurde ein spezieller Zugang errichtet und in der Kirche sammelten sie sich in einem von den Mönchen separierten Chor.

In Ossegg war schon vor der Hussitenperiode eine umfangreiche Gemeinschaft von Laienbrüdern tätig. Tischler, Holzschnitzer, Buchbinder und Schmiede werden im 17. Jahrhundert erwähnt.