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Die Klostergebäude

Das Oseker Kloster dient nicht nur Sakralzwecken, sondern ist als nationales Kulturdenkmal für die Öffentlichkeit zugänglich. Einen Rundgang begingt man am Besten an der Touristinformation im Klosterhof, in der verschiedenes Informationsmaterial erworben werden kann. Für Gruppen werden auch Führungen angeboten.

Gegenüber des Informationszentrums erhebt sich die imposante Marienkirche, die in den Jahren 1206-1221 im romanischen Stil errichtet wurde. Die dreischiffige Basilika auf dem Grundriß eines lateinischen Kreuzes hat einen rechteckigen Chor mit Kapellen und ein Querschiff. Nach den Ordensregeln durfte sie keinen Turm haben, nur ein kleines Sanktustürmchen. Die Kirche mit einer Gesamtlänge von 86 Metern gehörte in ihrer Zeit zu den größten Ordensbauten im Böhmen und wurde zur Begräbnisstätte der Herren von Riesenburg. An der Nordseite der Kirche wurde schon 1209 ein Friedhof geweiht, zugänglich aus der Kirche durch das sogenannte Totentor (Ianua mortuorum), das bei dem Begräbnisritus der Zisterzienser eine wichtige symbolische Rolle spielte.

Die ursprüngliche Kirche hatte wahrscheinlich ein flaches Dach mit spitzen Arkaden der drei Schiffe. Das Mauerwerk aus Sandsteinquadern hat sich stellenweise bis zum Dachstuhl erhalten. Das Gotteshaus wurde von den Hussiten in den Jahren 1421 und 1429 und im Dreißigjährigen Krieg arg beschädigt. Da der Orden gleichzeitig in wirtschaftliche Not geriet und sogar zeitweise das Kloster aufgeben musste, ging man erst im 18. Jahr-hundert an eine umfassende Rekonstruktion. In den Jahren 1712-1718, unter dem kunstliebenden Abt Benedikt Littwerig (1691-1726), erblühte die Marienkirche im Stil des Barock, wie sie heute noch zu sehen ist: Die Kloster-kirche wurde überwölbt und über den Seitenkapellen, der so genannten Sommer- und Wintersakristei) zwei zwiebel-förmige Türme gebaut. Die Stirnwand ergänzte ein Portikus und Statuen aus der Werkstatt der Bildhauer Franz A. Kuen und Edmund Richter, die ebenfalls die Statuen und Holzschnitte in der Kirche und in der Sakristei schufen.

An der Südseite der Kirche liegt das Kloster mit dem Gebäude des alten Konvents. Der Kreuzgang umgibt den Paradiesgarten mit drei Grabmälern aus dem 14. und 16. Jahrhundert. Aus dem Kreuzgang tritt man in den älteren Ostflügel mit dem Kapitelsaal ein, der in den Jahren 1225-1250 als eines der ersten frühgotischen Baudenkmäler in den böhmischen Ländern erbaut wurde. Wertvolle Beispiele der Steinplastik bilden das Lesepult, das Portal des Kircheneingangs aus dem Kreuzgang aus der dritten Etappe des mittelalterlichen Baues und die gotische Madonnastatue (um 1340). Den Südflügel des Kreuz-ganges beherrscht der Speise-saal der Mönche, genannt Refektorium. Im Stockwerk darüber war der gemeinsame Schlafraum der Mönche, Dormitorium genannt.

In den Hof tritt der Brunnenbau mit dem Brunnen hervor, mit der Statue der Jungfrau Maria mit dem Jesukind.

Den östlichen Barockkomplex der Objekte bildet der neue Konvent aus den Jahren 1705-1808. An ihm liegt die wertvolle Abtbibliothek.

Weiter schließt sich die Prälatur an: die Wohnung, die Repräsentanz und Gästezimmer des Abtes mit der Abtkapelle. Im ersten Stock befindet sich ein großer Fest-saal. Von seiner Dekoration aus dem 18. Jahrhundert hat sich das Deckenfresko mit einer Szene aus der Geschichte des Klosters und ein Kachelofen erhalten.

Im Garten befindet sich das Klosterspital (Krankenhaus) mit einer kleinen Kapelle davor. Den Ost und Südflügel des Klosters umgibt ein terassenartiger italienischer Garten mit Bassin, zwei Pavillons und einer Kapelle.

Der Wirtschaftshof mit dem Wohntrakt befindet sich am Südrand des Klosterareals. An ihn grenzen die Ruine des Brauhauses, des Speichers und der Klostermühle an.
Nahe des westlichen Eingangstores steht die reich stuckierte Kapelle der heiligen Barbara und der heiligen Katharina.

Das Panorama von Alt-Ossegg wird nördlich des Klosters von der Pfarrkirche der heiligen Katharina ergänzt. Sie ist im Kern ein frühgotischer Bau, der von den gleichen Künstlern wie die Klosterkirche barockartig umgebaut wurde.