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Kloster als Wirtschaftsbetrieb

Um die Abhängigkeit von der Außenwelt so gering wie möglich zu halten, wurde jedes Kloster so angelegt, dass alles Lebenswichtige, also Wasser, Mühlen, Gärten, Werkstätten für die einzelnen Handwerker, Spital u.a. innerhalb der Klostermauern zu finden waren. Außerhalb dieser besaßen die Klöster meist ausgedehnte Ländereien mit Städten und Dörfern, die ihnen regelmäßige Einnahmen einbrachten.

Der Einflussbereich des Klosters Osek reichte anfangs bis in das Gebiet um Sayda hinein, als das spätere sächsischen (meißnerischen) Territorium noch zu Böhmen gehörten, und an das böhmische Adelsgeschlecht der Hrabischitzer verliehen war.

Die Hrabischitzer hatten im 12. Jahrhundert die Zisterzienser mit der Gründung des Klosters in Osek beauftragt. Im Gegenzug sorgten sie mit zahlreichen Schenkungen und Privilegien für das Auskommen des Klosters. Anteile aus den Einnahmen aus der Landwirt-schaft, dem Bergbau (z.B. Silber, später Kohle) und anderer Gewerke gehörten dem Orden, ebenso die Zollgebühren. Gleichzeitig musste das Kloster keine Zölle zahlen.

Wie auf den Fronhöfen der Feudalherren, so wurde auch in den Klöstern nur das un-mittelbar in der Nähe gelegene Land durch Laienbrüder und Unfreie bearbeitet. In den zum Klosterbesitz gehörenden Städten und Dörfern lebten hörige Bauern, die für die Mönche des Klosters fronen und Abgaben leisten musste, wie die Hörigen eines weltlichen Feudalherren. Nach Abschaffung der Leibeigen-schaft wurden landwirtschaftliche Flächen verpachtet.

Mit der Zeit erschlossen sich die Mönche auch noch weitere Einnahmequellen. So gründete Abt Benedikt Litwerich  im Jahre 1697 eine Wollstrumpf- und drei Jahre später eine Feintuchmanufaktur. Die Ausbildung der Arbeiter erfolgte durch Fachkräfte aus Deutschland. Viele der Beschäftigten verließen nach gewisser Zeit die Manufakturen, bildeten ihrerseits Arbeiter aus und gründeten eigene Betriebe, die später den wirtschaftlichen Schwerpunkt vor allem in Oberleutensdorf und Umgebung bildeten.