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Tipp:

Auch heute werden einige Zimmer des Oseker Klosters für soziale Zwecke genutzt. So wurden Unterkünfte für Obdachlose und alte Menschen, aber auch für Gäste eingerichtet. Dazu wurden in den Konventgebäuden einige ehemalige Mönchszellen zu 3- bis 4-Bett-Zimmern umgebaut. Darüber hinaus gibt es einige Räume in der Prälatur und im Herrenhaus. In diesen Zimmern können Gäste während ihres Besuchs im Kloster wohnen. Für die Übernachtungen und die Verköstigung in der Klosterküche wird kein Geld verlangt - das Kloster bittet jedoch um eine Spende, die den Möglichkeiten des Gastes entspricht. Bis 22.00 Uhr ist das Kloster offen und die Pforte besetzt. Es ist ratsam, sich in der Kanzlei unter der Telefonnummer 00420-417-837127 für Übernachtungen anzumelden. Hier spricht man tschechisch und deutsch.

Christliche Gastfreundschaft

Die christliche Gastfreund-schaft wurde von einer Stelle im Neuen Testament inspiriert, in der Christus spricht: „Ich hungerte und du gabst mir zu essen; mich dürstete und du gabst mir zu trinken; ich war ein Fremder und du nahmst mich auf...“

In diesem Sinne wurden bereits im frühen Mittelalter Aufnahmestätten für Fremde, genannt "Xenodochi-um“ (griech. : xenos = Fremder, dechomai = aufnehmen), in ganz Europa, besonders entlang der großen Pilger– und Handelsstraßen geschaffen.  Diese Stätten bestanden meist aus mehreren Abteilungen, vielleicht auf einzelne Häuser verteilt, in denen Reisende, Arme, Alte, Kranke und auch Findelkinder entsprechend dem christlichen Gebot der Barmherzigkeit und Nächstenliebe Unterkunft und Pflege fanden. Im Jahre 816 war an alle Klöster im Karolingerreich die Vorschrift ergangen, alle Gäste, die beim Kloster ankommen, aufzunehmen. Reisenden konnten in Klöstern auf Aufnahme und Hilfe hoffen. Entsprechend ihres Standes wurden sie in den Klostermauern untergebracht: hohe Ordensbrüder und weltliche Herren fanden im Gastraum des Abtes Unterkunft. Einfache Mönche schliefen im Schlafraum ihrer Brüder. Reisende niedrigen Standes mussten schon mal mit einem Strohlager im Stall vorlieb nehmen.

Mit zunehmender Mobilität gestaltete sich die Verwirklichung der genannten Vorschrift immer schwieriger. Die Räume der Klöster reichten nicht mehr aus. So entwickelten sich mit der Zeit in den Städten Spitäler, in denen Kranke und Alte die Fürsorge der Kirche erfuhren. Für wohlhabende Reisende entstanden Gasthäuser, die von berufsmäßigen Wirten betrieben wurden.