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Der Weihnachtskarpfen

ist in vielen Familien in Tschechien das traditionelle Gericht für den Heiligen Abend. Diese Tradition entstand als man der christlichen Lehre entsprechend die Adventszeit als Fastenzeit beging. Der Heilige Abend als Höhepunkt des Advents und Vorabend des Weihnachtstages sollte besonders gefeiert werden und ein spezielles Fastengericht sollte dem gerecht werden.

Karpfen wurden bereits seit dem Mittelalter in Klöstern (so auch in Osek) gezüchtet, so dass sie als Zuchtfische schon früh verfügbar waren.

Der Weihnachtskarpfen wird in der Regel lebend verkauft, erst zu Hause geschlachtet und meist paniert (mit viel Zitrone) serviert.

Wassersysteme für Nutz– und Brauchwasser

Die Zisterzienser, seit jeher bekannt für ihre Wasserkunst, berücksichtigten auch bei der Gründung des Oseker Klosters geschickt die natürlichen Verhältnisse, um das Wasser für ihre Zwecke nutzbar zu machen. So entstand ein wohl durchdachtes Wassersystem, dessen grundsätzliche Funktionalität bis heute erhalten geblieben ist.

Für die Wasserversorgung wurden zwei Möglichkeiten genutzt: Einerseits diente hierzu der nördlich des Klosters entspringende Oseker Bach, wo aufgrund der Steilheit des Geländes eine Kaskade von Teichen zur besseren Fassung des Wassers errichtet wurde. Die zweite Rescource bildeten die in unmittelbarer Umgebung existierenden Quellgebiete.

Wie aus einer Karte aus dem Jahre 1898 hervorgeht, spiegeln sich diese beiden Arten von Wasserresourcen sozusagen in zwei selbstständigen Wassersystemen wider. So bestand ein Wassersystem aus offenen Kanälen und Gräben und nutzte das Wasser des Oseker Baches, welches durch die erwähnten Teiche gesammelt wurde. Im Gegensatz dazu, wurde das Quellwasser durch unterirdische Rohrleitungen dem Kloster als Trinkwasser zugeführt. Ein quasi drittes System bildete die Entwässerung und Kanalisation, bestehend aus unterirdischen Stollen und Kanälen, welche das Regen- und Abwasser in die verschiedenen Klosterbereiche führte. Bevor dieses Wasser das Klostergelände verließ, wurde es über sogenannte Reinigungsteiche und anschließend über Zierteiche geleitet.

Das Wassersystem des Klosters Osek diente bis gegen Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem der Frisch- und Brauchwasserhaltung. Gerade für den Wirtschaftsteil und die Brauerei bestand ein enormer Bedarf an frischem Quellwasser.

Von diesem barocken Entwässerungssystem hat sich nur ein Teil erhalten, da der größte Teil im Jahre 1978 durch eine getrennte Abwasser- und Regenwasserkanalisation ersetzt wurde. Hierdurch wurde die ursprünglichen Gesamtlänge der Kanäle und Stollen von 1.700 m auf 674 m reduziert. Zwar blieben die Sozialeinrichtungen des Konvents weiterhin an dem ursprünglichen System angeschlossen, aber durch den Wegfall des Durchspülwassers, wurde die Funktionalität des Wassersystem nachhaltig gestört.

Das Wasser wurde aber nicht nur ausschließlich zur Wasserversorgung genutzt. Vielmehr tritt das stehende und fließende Wasser als eines der wesentlichen Gestaltungselemente der Klosteranlagen auf. Auch hier nutzte das ausgeklügelte Wassersystem die Vorteile der Topographie auf unterschiedliche Weise.