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Vom Dorf Schönbach zur Stadt Meziboří

Das Dorf Schönbach (heute: Meziboří) entstand im Laufe der allgemeinen Besiedlung des Erzgebirges ab dem 12. Jahrhundert. Das genauer Datum der Gründung lässt sich heute nicht mehr feststellen, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1398. Schönbach gehörte damals zum Einzugsbereich der Herren von Riesenburg. 1653 wohnten hier drei Bauern und 17 Häusler, die Getreide anbauten, Dachschindeln, Holz und Holzkohle herstellten. 1833 hatte Schönbach 41 Häuser mit 236 Bewohnern.

1891 wurden die ersten befestigten Wege nach Oberleutensdorf, Fleyh, Langewiese, Georgenthal und nach Göhren gebaut. der Weg zwischen Schönbach und Fleyh wurde „Butterweg“ genannt, weil jeden Mittwoch und Samstag die Frauen auf diesem Weg Butter und Quark zum Markt nach Oberleutensdorf (heute: Litvinov) trugen. Der Weg nach Langewiese (heute: Dlouhá Louka) wurde „Steinweg“ und der Weg über  Göhren (heute: Kliny  nach .... wurde „Schmugglerweg“ genannt. Diese Wege sind heute für Wanderer neu erschlossen worden.

Die Bewohner Schönbachs ernährten sich lange Zeit von der Landwirtschaft, hauptsächlich durch den Anbau von Korn, Hafer und Kartoffeln, durch Viehzucht und durch die Försterei. Auch zu Beginn der Indus-trialisierung, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, blieb das so. Da die Felder an den Berghängen, umgeben von Wald, nicht mehr Menschen ernähren konnten blieb die Einwohnerzahl lange Zweit niedrig. 1937 hatte Schönbach 304 Bewohner. Zunehmend suchten die Männer in den Kohlegruben im böhmischen Becken nach Arbeit, während die Frauen die Landwirtschaft weiter betrieben. Schönbach war auch Ferienziel. Es gab zwei Gasthäuser.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verließen die meisten deutschen Familien den Ort. Menschen aus Tschechien und der Slovakai wurden in Šenbach, wie die Siedlung nun genannt wurde, sesshaft. Sie fanden vornehmlich in den Zechen und Chemiebetrieben der Umgebung Arbeit.  Da die Kohlebergbau– und Chemiebetriebe nach dem Wegzug der Deutschen an Arbeitskräftemangel litten, beschloss die tschechische Regierung 1949 Šenbach ein "Zentrum der Arbeitsreserve“  entstehen zu lassen. Und der Ort wurde, trotz verschiedener Proteste der Einwohner,  systematisch zu einer Wohnsiedlung für junge Menschen mit Schulen und Lehrlings-wohnheimen gebaut.

1950 wurde das erste Internat für 350 Bergbaulehrling und im Januar 1951 ein Internat für 360 Chemielehrlinge errichtet. 1952 wurde eine zentrale Küche errichtet, 1954 standen in Šenbach 15 Internate, drei Fachschulen und zwei Arbeiterwohnheime. Einwohner der Orte, die im Gebirgsvorland der Bergbau weichen mussten fanden auch im Ort ein neues Zuhause.

Im Jahr 1956 wurde Šenbach zu Meziboři umgetauft, einem Namen, der charakteristisch für seine Lage ist. 1960 wurde die Ortschaft mit inzwischen 4000 Einwohnern zur Stadt ernannt. Heute gehört Meziboří zu einer der Städte Tschechiens mit dem niedrigsten Durchschnittsalter der Bevölkerung.