Die heilige Anna

(hebräisch: Hannah), Mutter Marias war die Großmutter von Jesus Christus.

Sie ist Patronin der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen, Hausangestellten, Witwen, Armen, Arbeiterinnen, Bergleute, Weber, Schneider, Strumpfwirker, Spitzenklöppler, Knechte, Müller, Krämer, Schiffer, Seiler, Tischler, Drechsler, Goldschmiede, der Bergwerke, für eine glückliche Heirat, für Kindersegen und glückliche Geburt. Sie soll gegen Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen und Gewitter schützen.

So richtete auch der  junge Martin Luther ein Gebet an die heilige Anna und versprach ins Kloster zu gehen, wenn sie ihn in einem schweren Gewitter rettet. Luther überlebte das Unwetter und wurde Mönch.

St. Anna - Kapelle

Anstelle einer Kirche hatte Schönbach einst eine kleine Kapelle, die der heiligen Anna geweiht war. Sie stand am Bach, unweit des heutigen Kinderhortes. Auf dem Altar befand sich eine polychrome Schnitzerei der heiligen Anna. Die Glocke war dem heiligen Jan, Paul und Prokop geweiht.

Die Einwohner Schönbachs, die katholischen Glaubens waren, feierten die Weihe ihrer Kapelle jährlich mit einer festlichen Prozession. Vor der Kirchweih mähten die Bauern einen Weg durch die Felder, auch wenn die Früchte, die auf ihnen standen, noch nicht aufgeerntet waren. Die Kapelle und der Weg wurde mit Bändern und Fähnchen geschmückt. Der Höhepunkt der Kirchweih war der abendliche Ball im Braunchen Wirtshaus. Die Scheune neben dem Wirtshaus wurde zum Theatersaal umgebaut, wo das örtliche Laientheater spielte.

An den Sonntagen und Feiertagen kam ein Pfarrer aus Fleyh in die Kapelle, um Gottesdienste abzuhalten. Ab den 1950er waren wurden diese dann eingestellt. 1952 forderte das örtliche Amt die Entweihung. Darauf wurde das Gotteshaus ausgeraubt, diente danach als Schmiede und als Lager. In den 1960er Jahren wurde es schließlich abgetragen.