Osterwasser - Holen

Wollen Sie diesen alten Brauch kennen lernen, dann schließen Sie sich einer Wanderung an, die jeweils am Ostersonntag  geführt wird. Dem Brauch nach holen am Ostersonntag Frauen und Mädchen Wasser aus einem Gewässer, dass in der Umgebung am weitesten im Osten entspringt oder aus dieser Richtung heran fließt. Das Wasser soll ihnen Schönheit bringen. Auch andere Osterbräuche werden vorgestellt, sowie lustige Spiele für die ganze Familie angeboten.

Die Wanderung beginnt 10.00 Uhr an der Touristinformation, geht dann nach Bad Einsiedel, zum Heidegraben und wieder zurück. Ein Behälter für das Osterwasser und gute Laune sind mitzubringen.

Streckenlänge: 7 Kilometer (incl. Programm 3 Stunden),  Preis: 5 € je Person



Bergmännische Energiewirtschaft

Jeder weiß, dass es den Bergbau schon Jahrhunderte vor der Erfindung der Dampfmaschine und der Elektroenergie gab. Als Energiequelle waren neben Muskelkraft von Mensch und Tier das Wasser und der Wind bekannt. Wind steht im Erzgebirge nicht kontinuierlich zur Verfügung. Das Wasser der Bäche war kein großer Vorrat. Es konnte aber weitgehend kontinuierlich genutzt werden. Um seine Energie maximal ausnutzen zu können, brauchte man einen möglichst großen geodätischen Höhenunterschied. Den schafften die Bergleute, indem sie zum Beispiel Wasserräder und andere Mechanismen in den Berg hineinbauten. Zudem nutzen sie das einmal über Gräben herangeführte Wasser mehrfach. Über Tage wurden zunächst Pochwerke und Erzwäschen betrieben. Dann wurde das Wasser in den Berg hinein auf Kunstgezeuge geleitet. In sogenannten Rad-stuben arbeiteten riesige Wasserräder mit 10 Metern Durchmesser und mehr. Mit diesen Wasserrädern und anderen Mechanismen wurden vor allem Pumpen, die Wasser aus den tieferen Schächten hoben und Fördermechanismen angetrieben. Im Molchner Stollen in Pobershau kann man ein funktionsfähiges Model eines solchen untertägigen Wasserrads besichtigen. Direkt am Wanderweg und zwar ganz in der Nähe des Kleinen Vorwerks bei Sayda und im Mortelgrund sind solche Anlagen gräben und Röschen erhalten.

(Text: Dipl.-Ing. Burkhardt Förster, Most)

Der Heidegraben

Zur Zinnaufbereitung (Pochen, Schlämmen, Waschen) war eine beträchtliche Menge an Wasser notwenig, das der Seiffener Bach nicht allein aufbringen konnte. 1669 wurde deshalb von den Seiffener Bergleuten ein künstliches Grabensystem (Heidegraben) angelegt, um die Wasserkraft des Seiffenbaches zu verstärken. Aus dem Quellgebiet der Schweinitz führten sie einen Teil des Zuflusses mit viel Geschick entlang der Höhenlinien über die 740 Meter hohe Wasserscheide ins Seiffener Tal. Mitte des 19. Jahrhunderts, mit dem Rückgang des Bergbaues, wurde das Wasser des Grabens zunehmend zum Antrieb von Wassekraftdrehwerken genutzt, die zum Teil aus den Pochwerken zur bergbaulichen Gesteinszerkleinerung hervor-gegangen sind.  Als eigentliches Wasserreservoir diente ein in Heidelberg gelegener Zechenteich, der 1708 von Pochwerksbesitzern zur gemeinsamen Nutzung als Stauanlage für das nötig Aufschlagwasser erworben wurde. Nach 1927 baute die Gemeinde Heidelberg den Teich zu einem Schwimmbad aus, das bis 1990 in Betrieb war.