Die vorindustrielle Glasherstellung

Zur Glasherstellung benötigte man zu erst einen Glasbildner. Dazu verwandte man im Erzgebirge meist den in großer Menge vorkommenden Quarz. Als Stabilisator, der ist notwendig, damit das Glas hart wird, nutzte man Kalk oder Kali, das aus der Holzasche gewonnen wurde. Diese Stoffe zu Pulver gestoßen hätten einen Schmelzpunkt von 1750°C. Dieser Schmelzpunkt konnte auf 1200°C  gesenkt und damit Energie eingespart, indem man diesem Gemisch Holzasche zusetze. Natürlich soll das Glas aber auch bunt sein. Dazu wurde diesem Glaspulver noch Färbemittel zugesetzt. Eisen färbt die Glasmasse grün. Da es sich bereits im Quarz und in der Asche befand ist der größte Teil der vorindustriellen Gläser grün gefärbt – bekannt auch unter der Bezeichnung Waldglas. Kupfer färbt das Glas rot oder blau, Kobalt ebenfalls blau,  Mangan ergibt violett, Gold lässt Rubinrot entstehen und der Zusatz von Knochen ergibt weißes Milchglas. Das ganze Gemisch, das man nun als Glassatz bezeichnet, kommt in einen Topf, den so genannten Hafen und wird unter Verwendung von trockenem Holz im Glasofen geschmolzen.  

Glasherstellung erscheint so ein sehr einfacher technischer Vorgang. Dennoch bedeutet das in Abbildung 1 dargestellte Zeichen landläufig: „Es ist unendlich schwer, Glas zu machen.“ Die Alchemisten stellten aber mit dem Unend-lichzeichen den flüssigen Zustand und den festen Zu-stand, der jedoch nie kristallin,   sondern stets  eine erstarrte Flüssigkeit ist, dar. Glas wird es nur, wenn es gelingt,  genau die mittlere Phase herzustellen. Das auf dem Kopf  stehende Kreuz symbolisiert ein Schwert auf dessen Spitze die Phase zwischen fest und flüssig "ausbalanciert“ werden muss.Im Glasofen wird Glassatz erhitzt, bis er eine honigartige Koinzidenz aufweist. So kann ihn der Glasmacher mit seiner Glasmacherpfeife aus dem Ofen holen und zu dem entsprechenden Produkt blasen. Das heiße Glas gibt der Glasmacher in einen Kühlofen, damit es langsam abgekühlt wird. Das fertige Produkt konnte noch bemalt oder geschliffen und so veredelt werden.

(Text: Dr. Albrecht Kirsche, Dresden)