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Die Salzstraße von Bad Reichenhall über Passau nach Böhmen

Quelle: www.koestlichesdeutschland.de

Die hier beschriebene Strecke folgt den Spuren des Salzes von der Saline Bad Reichenhall entlang der alten Transportroute über Salzach und Inn nach Passau und über den "Goldenen Steig" bis zur böhmischen Grenze.
Sole gewinnen, Sieden, Trocknen, Verpacken? die vier Schritte zur Salzerzeugung können im Bad Reichenhaller Salzmuseum in der Alten Saline nachvollzogen werden. Seit 1796 fördert eine Pumpe Sole aus den Tiefen des Gesteins. Reichenhaller Salz wurde von 900 bis 1270 auf der Saalach und der Salzach verschifft. Danach wurde es wegen der "wilden Saalach" auf Fuhrwerken nach Laufen gebracht, um dort auf Salzschiffen nach Passau transportiert zu werden. Der Salzstraße folgt man ab Bad Reichenhall auf der B 20 zunächst nach Laufen. Die Salzschifferei hat den Ort und seine Bürger wohlhabend gemacht. Die gut erhaltenen Patrizierhäuser der Stadt zeugen davon.
Der B 20 folgend erreicht man Burghausen mit seiner malerischen Altstadt und der längsten Burg Europas. Bei Marktl erfolgt ein Wechsel von der B 20 auf die B 12, der man entlang des Inns bis Passau folgt. Die günstige Lage an Inn, Donau und Ilz verlieh der Dreiflüssestadt Passau ein fast monopolartige Stellung für den Handel mit Salz, das von hier auf dem Wasserweg stromaufwärts bis Regensburg, stromabwärts bis Wien transportiert wurde. Die Salzschiffe legten in Passau am linken Innufer hinter dem Schaiblingsturm an. Dort musste das Salz in den Salzstadel eingelagert werden. Die Landtransporteure, "Säumer" genannt, mussten das Salz von den Salzherren kaufen und ließen es von den Ilzer Förgen in Schiffen über die Donau in die gegenüberliegende Ilzstadt bringen, um es dort zum Weitertransport über Land auf die Rösser umzuladen. Jedes Saumross trug eine Last von rund drei Zentnern. Die meisten Säumer waren Bauern aus der Gegend, die sich so ein Zubrot verdienten. Von der Ilzstadt ging der Salztransport in zweieinhalb Tagesetappen weiter über den Goldenen Steig nach Prachatitz in Böhmen. Der Goldene Steig folgt einem alten Weg "übern Wald". "Golden" nannte man den Saumweg übrigens wegen des blühenden und gewinnbringenden Handelsverkehrs, wobei Golden von Gulden, dem Zahlungsmittel, abgeleitet wurde. Von Ilzstadt gelangt man auf der B 12 nach Salzweg. Weiter geht es in abwechslungsreicher Fahrt auf der Trasse des Goldenen Steigs über Büchelberg nach Waldkirchen. Hier nächtigten die Säumer nach einem anstrengenden Tagesmarsch. Böhmzwiesel, Fürholz und Grainet sind die nächsten Orte am Weg des Salzes, bevor Freyung erreicht wird. Dieser Ort verdankt seinen Namen der Tatsache, dass Siedler, die sich in den Waldregionen des Bayerischen Waldes niederließen, um zu roden und Landwirtschaft zu betreiben, von den Passauer Fürstbischöfen mit einer mehrjährigen Steuerbe"freiung" belohnt wurden.
Auf der B 12 führt die Salzstraße nun auf einer Nebenlinie des Goldenen Steigs nach Philippsreut. Von dort folgt man den dem Abzweig nach Bischofsreut. Jetzt ist die böhmische Grenze schon in Sichtweite! Wer will, kann die Salzstraße nach Böhmen hinein über Wallern und Prachatitz bis nach Prag verfolgen.