Eine der ältesten Grenzen Europas

Der Vertrag von Eger (auch Hauptvergleich von Eger), geschlossen am 25.4.1459, legte die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen auch für das Erzgebirge fest.  Sie ist noch heute grösstenteils gültig und gehört somit zu den ältesten, noch bestehenden, Grenzen Europas.

Zum damaligen Zeitpunkt vereinbarte Kurfürst Friedrich und Herzog Wilhelm von Sachsen  mit dem König von Böhmen Georg von Podebrad, dass Städte, Schlösser, Märkte und Dörfer, die in dem Kronbereich Böhmens diesseits des Waldes lagen (Brüx/Most, Burg Riesenburg/Ryzmburk und Dux/Duchcov samt aller geistlichen und weltlichen Mannschaft, Renten, Zinsen, Zollen usw.) zu Böhmen gehörten, wogegen die jenseits des Waldes im Vogtland und in Meißen gelegenen Güter und Schlösser, den sächsischen Herzögen verbleiben sollten. Durch diesen Vertrag wurden die auftretenden Grenzstreitigkeiten für weitgehend beseitigt. Dennoch waren einige Orte und Herrschaften nördlich des Erzgebirges und in dem Vogtland zusätzlich Lehen der Böhmischen Krone.

Die wesentlichste Veränderung der mit diesem Vertrag fixierten Grenzen erfolgte 1546, als sich Herzog Moritz und König Fredinand nachdem schmalkaldischen Krieg die Herrschaft Schwarzenberg als Kriegbeute teilten.

Die Grenze verläuft durch das ca. 160 km lange Erzgebirge fast ausschließlich nördlich der Wasserscheide und somit nördlich des Kammes. Lediglich etwa 50 Meter in der Nähe von Göhren/Kliny liegen südlich der Wasserscheide.

(Text: Dr. Albrecht Kirsche, Dresden)