Göhrener Tor

Das "Göhrener Tor" ist eines der historischen Holzbauwerke, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Abständen von mehreren hundert Metern an diesem Grenzabschnitt befanden. Aus mündlichen Überlieferungen sind ähnliche Bauwerke noch an weiteren Stellen zwischen Fleyh und Deutscheinsiedel bekannt.

Diese einer offenen Scheune ähnlichen Bauwerke waren Bestandteil eines jahrhunderte alten Wildgatters von enormen Ausmaßen, welches sich heute noch in etwa einem Kilometer Entfernung auf tschechischem Gebiet befindet. Das Gatter selbst wurde nach dem Bau des Lichtenwalder Jagdschlosses (1761-1765) zur Rotwildhaltung angelegt.
Das "Göhrener Tor" entstand vermutlich um 1890, als das Wildgatter mit 2575 ha und etwa 600 Stück Wild seine größte Ausdehnung erreichte.

Durch die Tiefe des Tores und die dadurch entstehende Tunnelwirkung scheute das Wild, und es konnte ein Ausbruch aus dem Wildgatter weitestgehend verhindert werden.
Bis 1945 wurde der Weg über das "Göhrener Tor" als Verbindung zwischen den Orten Neuhausen und Göhren (Kliny) von der einheimischen Bevölkerung rege genutzt. Mit Errichtung der Grenzanlagen nach Ende des zweiten Weltkrieges, war diese Wegeverbindung nicht mehr nutzbar. Erst mit der Aufnahme der Tschechischen Republik in die Europäische Union kann die Grenze seit dem 21.12.2007 an dieser Stelle, nach 62 Jahren, wieder offiziell überschritten werden.

Auch der Wanderweg "Alte Salzstraße" quert jetzt hier die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien.

(Text: Dietmar Geyer, Neuhausen)

"Einstige Sperre markiert jetzt Wanderweg" (Freie Presse / Montag, 07.01.2008)