Der Ahornberg

Der Ahornberg ist mit 823 m über NN der höchst Berg in unmittelbarer Nähe von Seiffen. Rund um den Berg gibt es einen Naturlehrpfad. Auf einer Reihe von Tafeln sind hier in leicht verständlicher Form viele der Besonderheiten der Landschaft beschrieben. Neben interessanten Objekten aus Botanik und Geologie ist von vielen Aussichtspunkten aus die Reliefbildung der Landschaft des oberen Erzgebirges zu erkennen. Am Westabfall des Gipfels ist ein Basaltausschluss zu finden, welcher besonders geologisch versierte Wanderer anzieht. Den Besuchern werden auch die Baumarten und forstwirtschaftlichen Maßnahmen gezeigt, die zur Umwandlung immissionsgeschädigter Fichten-bestände in naturnahe Mischwälder mit standortgerechten Bäumen verwendet werden. Der Rundweg beginnt am Freilichtmuseum.

Geologie des Erzgebirges

Die deutschen Mittelgebirge haben ihren Ursprung in der variszischen Geosynklinale, die sich im Erdaltertum vor ca. 400 Mio. Jahren quer durch West- und Mitteleuropa zog. In diesem Senkungsraum kam über einen Zeitraum von etwa 100 Mio. Jahren ein viele Kilometer mächtiges Paket von Sedimenten zur Ablagerung. Die überwiegend marinen Sedimente wurden schließlich am Ende des Devons und im Karbon in mehreren Faltungsschüben in Falten gelegt. Danach stiegen sie zu dem Variszischen Gebirge auf.
Dieses war seit dem Perm der Abtragung ausgesetzt. So wurden auch die Gesteine und tektonischen Strukturen, die sich im Gebiet des heutigen Erzgebirges im Paläozoikum gebildet hatten, während des Mesozoikums und im Tertiär abgetragen und eingeebnet.

Flußsedimente des frühen Tertiärs in Nordböhmen sowie die gleich alten Flußkiese auf manchen Bergen des Erzgbirges und in Mittel- und Nordwestsachsen bezeugen für die damalige Zeit eine Ebene, die sich von Nordböhmen bis in den Raum Leipzig ersteckte. An der Wende vom Oberoligozän zum Miozän rissen südlich des heutigen Erzgebirges SW-NO streichende Spalten auf, an denen der Egertalgraben einsank.

Die nördliche Erzgebirgsscholle wurde um mehr als 1000m gehoben und nach Nordwest schräg gestellt. So erklärt sich die heute noch zu beobachtende allmähliche Abdachung des Erzgebirges nach Norden bis in den Leipziger Raum und die steile und scharfe Begrenzung des Erzgebirgssüdhanges. Die Hebung des Erzgebirges zur Pultscholle erfolgte in mehreren Schüben vom mittleren bis zum jüngsten Tertiär, dauerte also über einen Zeitraum von etwa 30 Millionen Jahren an. Im späten Tertiär und frühen Quartär brachen als finaler, ultrabasischer Magmatismus der Alpidischen Gebirgsbildung nördlich und südlich des Erzgebirgsabbruchs Vulkane hervor. Davon zeugen heute noch die Basaltkuppen im Erzgebirge (z.B.Ahornberg) sowie auf der tschechischen Seite das Böhmische Mittelgebirge und das Duppauer Gebirge (Doupovské hory), die aus großen Massen vulkanischer Gesteine, vor allem Basalt und Phonolith, bestehen.

Ebenfalls in den Anfangsstadien der Hebung des Erzgebirges bildeten sich in dem einsinkenden Egertalgraben in dem feuchten Klima des Tertiär Sümpfe und Moore, die die mächtigen Flöze der nordböhmischen Braunkohlenreviere hinterlassen haben. Im Quartär entstand das gegenwärtige Landschaftsbild des Erzgebirges. Nach der letzten Hebungsphase schnitten die nun der Nordabdachung des Erzgebirges folgenden Flüsse ihre Täler ein. So erscheint das Erzgebirge weithin nur als eine tief zertalte Hochfläche. Den Charakter eines Gebirges erhält es vor allem dort, wo zwischen benachbarten Tälern von der alten Ebene nur Grate und schmale Höhenrücken übrig geblieben sind.