Bauarbeiten im 18. Jahrhundert

Adam Rudolf von Schönberg ließ die Badanlage erweitern und umbauen. So wurde 1753 das Hauptgebäude errichtet (siehe Bild) und in den Jahren 1775 und 1776  ein Badehaus samt Zubehör neu errichtet. Adam von Schönberg war auf all seinen zahlreiche Besitzungen ein eifriger Bauherr. So ließ er in Reichstädt das Schloss, nachdem es im Siebenjährigen Krieg stark beschädigt worden war, in den Jahren 1765 - 1776 neu auf- und umbauen. Um 1770 ging er daran, Schloss Purschenstein bei Neuhausen zu einem zeitg-emäßen Herrschaftssitz umzubauen. So entstand am Südflügel 1776 - 1789 eine relativ große, barocke Schloss-kapelle. Etwa auch Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte die Errichtung des Nordflügels. Hierdurch ergab sich eine wirkungsvolle Umbauung des geräumigen Schlosshofes.

Und nicht zuletzt unterstützte Adam von Schönberg den Neubau einer Kirche in Seiffen, die in den Jahren 1776-1779 von Christian Gotthelf Reuther (1742-1795) errichtet wurde. Reuther war nachweislich auch an den Bauten in Reichsstädt beteiligt. Die Mitarbeit auf Purschenstein kann vermutet werden. Die Arbeiten am neuen Badgebäude hat er geleitet. Leider ist dieses später abgebrannt und es ist ein neues Gebäude auf gleicher Stelle entstanden, das heute leider keine Funktion mehr hat.

Bad Einsiedel - einst das höchstgelegenste Kurbad Sachsens

Die bisher bekannte älteste Erwähnung der Bad Einsiedler Heilquellen erfolgte in der Mitte des 16. Jahrhunderts in einem Werk des Alchimisten Leonhart Thurneißer zum Thurn, der von 1530 bis 1594 lebte. Er beschrieb in seinem Werk überblickmäßig die mitteleuropäischen Heilquellen. Die Bad Einsiedler müssen also schon früher im Gebrauch gewesen sein.

Es ist anzunehmen, dass  Zisterziensermönche die Quel-len, bei ihrer Durchforschung des Bodens nach Erzen,  entdeckt haben und ihr Wissen um die Heilwirkung an die einheimische Bevölkerung weitergegeben haben. Die Quellen brachten - laut Thurn-eißer - Linderung bei Melancholie, offenen, faulen Wun-den und Geschwüren. Eine umfassende Nutzung in Badehäusern erfolgte vermutlich noch nicht, denn es lassen sich keinerlei Aufzeichnungen dazu finden.

Im 17. Jahrhundert scheinen die Quellen in Vergessenheit geraten zu sein.

Im Mai 1732 wurden sie durch den Richter Johann Christian Dietze zu Heidelbach wieder aufgesucht. 1746 hat der Bergchirurg aus Seiffen Friedrich Christian Schalling (1708 - 1772) den Bad Einsiedler Gesundbrunnen gepachtet. Dessen Vater, Nicolaus Schalling war übrigens Fleischsteuerpachter und Consorteur an der Heidelberger Glashütte und dessen Vater, Johann Schalling  in Groß Rößla (Amt Raschau) Bader und Wundarzt gewesen.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts entstanden die Gebäude des Bades in heutiger Anordnung wo im 19. Jahrhundert besonders auswärtige, finanzkräftige Gäste weilten. Es entstanden Wintergärten, Liegewiesen, Garten- und Musikpavillions, Schießstand und Kegelbahnsowie herrliche Baumalleen. In den 20iger und 30iger Jahren ließ das Interesse am Baden nach. Die Pächter stellten sich auf Tourismus um. So wurde Bad Einsiedel in dieser Zeit als Luftkurort und Wintersportplatz gepriesen, die Heilquellen wurden nur noch nebenher erwähnt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 20 Flüchtlingsfamilien in den Gebäuden untergebracht, zu DDR-Zeiten war Bad Einsiedel ein Erholungsheim des FDGB. Nach 1989 beherbergte es ein Hotel, dann von 1992-95 ein Aussiedlerheim. Heute ist es eine Gaststätte.

(Text: Catrin Tolksdorf-Bilz, Seiffen)