Feuerwehrmuseum Sayda

Anlässlich des 125jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Sayda wurde am 24. Mai 1998 das Feuerwehrmuseum im alten Spritzenhaus eröffnet. Dem Besucher zeigt sich auf engstem Raum eine beachtliche Sammlung von Ausrüstungsgegenständen aus den verschiedensten Epochen der Feuerwehrgeschichte.

Zu sehen sind zahlreiche historische Feuerwehrgeräte, wie die erste Motorspritze von 1926, alte Schläuche, Strahlrohre, Feuerlöscher, Helme, Uniformen und vieles mehr. Das älteste Ausstellungsstück ist die Handdruckspritze der Saydaer Wehr aus deren Gründungsjahr 1873.

Führungen nach Voranmeldung
über das Fremdenverkehrsamt Sayda, Tel.: 037365/97222
oder über Arnd Philipp 037365/1404

Saydaer Stadtbrände

  • Die Stadt Sayda brannte am 31. März 1435 zur Zeit der Hussitenkriege (urkundlich belegt) zum ersten Male ab. Ob es bereits früher Brände gab ist nicht belegt, aber sehr wahrscheinlich.
  • Im Oktober 1599 brach im Siechenhaus des Totengräbers ein Feuer aus. Vernichtet wurden 200 Häuser, Schule, Rathaus, Kirche und aller Vorrat.
  • Während des Dreißigjährigen Krieges, am 7. Oktober 1634, wurde der Ort samt Kirche, Rathaus und die Burg völlig verwüstet. Die Burg wurde nicht wieder aufgebaut.
  • Dem großen Stadtbrand von 1702 fielen 44 Bürgerhäuser und 14 Scheunen zum Opfer, darunter die Kirche mit Turm und 4 Glocken sowie das Rathaus.
  • 1722 vernichtete ein Brand 4 Wohnhäuser und 15 Scheunen mit allen Vorräten.
  • 1743 vernichtete ein Großfeuer 26 Bürgerhäuser und 19 gefüllte Scheunen. Vernichtet wurde auch das Torgebäude des Böhmischen Tores. Die neugegründete allgemeine Brandkasse übernahm den sechsten Teil der geschätzten Schadenssumme.
  • Beim letzten große Stadtbrand, am 31. August 1842 gingen 145 Häuser und 52 Scheunen in Flammen auf. 289 Familien mit 1100 Personen wurden obdachlos. Alle öffentlichen Gebäude wurden vom Feuer vernichtet. Auch die Kirche wurde sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.
  • Am 2. Juli 1914, einige Minuten vor 6 Uhr, bricht im Grundstück Nr. 17 bei Clemens Krönert auf dem Plan, vermutlich durch Brandlegung Feuer aus. Es kommt zum sogenannten Planbrand. 10 Häuser sanken in kurzer Zeit in Schutt und Asche, durch Einreißen des 11. Hauses (Nr. 25) konnte ein Übergreifen verhindert werden. Es waren die ältesten Häuser der Stadt, da sie beim Stadtbrand 1842 verschont wurden. 12 Familien und 16 alleinstehende Personen wurden obdachlos.

weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Sayda... (http://www.feuerwehr-sayda.de)

Brandschutz früher

Schon im Mittelalter waren die Gemeinden verpflichtet, den Brandschutz aufzubauen. So wurden zuerst die Innungen und Zünfte dazu verpflichtet im Notfall einzugreifen. Trotzdem kamen Großbrände, bei denen ganze Stadtviertel abbrannten, sehr oft vor. Neben Feuern aus Unachtsamkeit und Brandschatzungen in Kriegen kam es häufig zu Brandstiftungen durch Banden von Mordbrennern.
Erst ab dem Ende 14. Jahrhundert brannte es weniger, da ab diesem Zeitpunkt solider gebaut wurde und Stein vermehrt das Holz als Baumaterial ersetzte. Im 13. und 14. Jahrhundert griffen die ersten Feuerlöschverordnungen. Diese enthielten zum Beispiel, dass abends ab einer bestimmten Zeit alle Feuer ausgemacht werden mussten. Dies wurde vom Nachtwächter kontrolliert. Es wurden Nachtwachen eingerichtet, die Feuer in der Stadt zu melden hatten. Türmer auf dem Kirchturm gaben mit der Glocke Feueralarm. Tagsüber musste er eine oder mehrere rote Fahnen in der jeweiligen Richtung schwingen, wo die Brände waren, in der Nacht schwenkte er Laternen.
Vermehrt wurden Wasserschöpfstellen durch Pumpwerke ständig mit Wasser versorgt und es entstanden nach und nach Wasserwerke. Auch Löschteiche entstanden in den Orten. Als Ausrüstung standen jedoch nur Ledereimer, Wasserfässer, Feuerhaken und Dachkrücken zur Verfügung. Ab dem 14. Jahrhundert gab es einfache Spritzen, die zunächst mit Eimern gespeist wurden. Im 17. Jahrhundert wurde der Schlauch erfunden, der zuerst aus genähtem Leder angefertigt wurde.

Der große Saydaer Stadtbrand von 1842

Beim letzten große Stadtbrand, am 31. August 1842 gingen 145 Häuser und 52 Scheunen in Flammen auf. 289 Familien mit 1100 Personen wurden obdachlos. Alle öffentlichen Gebäude wurden vom Feuer vernichtet. Auch die Kirche wurde sehr stark in Mitleidenschaft gezogen...
der folgende Text ist von der Internetseite www.feuerwehr-sayda.de

Das Feuer brach den 31. August, Mittwoch abends nach 21 Uhr in einer vor dem Freiberger Tore gelegenen Scheune aus, die unmittelbar auf der rechten Seite des nach Pilsdorf führenden Fußsteiges stand, auch rechts und links von anderen Scheunen umgeben war. Wie das Feuer ausgebrochen, war blieb damals unbekannt. Da nun dasselbe trotz aller Bemühungen der schnell zur Löschung Herbeigeeilten gleich im Entstehen nicht erstickt werden konnte, die Flammen vielmehr mit jeder Minute immer drohender wurden und plötzlich an Gewalt und Ausdehnung Zunamen, umso mehr als sie in den aufgespeicherten Erntevorräten und sonstigen Brennmaterialien nur zureiche Nahrung fanden, auch ein ziemlicher heftiger Abendwind einsetzte, so musste man leider für unsere Stadt die traurigsten Befürchtungen hegen. Nicht nur, das sämtliche vor dem Freiberger Tore gelegenen Scheunen bis auf den Grund niederbrannten, so ergriff das Feuer in ganz kurzer Zeit auch die ersten nahe stehenden Häuser, unter diesen zunächst die Apotheke unmittelbar am Eingang der Stadt und verbreitete sich von hier aus mit unglaublicher Schnelligkeit über die ganze angrenzende Häuserreihe.

Gegen Mitternacht brannte bereits die Posthalterei und das gegenüberliegende Rathaus, das in der Zeit eine Stunde in sich zusammenstürzte. Schon 2 Uhr brannte ganz Sayda. Die schöne Stadtkirche ging in Flammen auf, der Turm glich einer weiterhin leuchtenden Fackel, mit Getöse stürzte er zusammen. Weithin sah man die auf der Höhe liegende Stadt Sayda brennen und konnte sich das Unglück seiner Bewohner vorstellen.

Die so lang anhaltende Trockenheit und der infolge derselben ziemlich Fühlbar gewordene Wassermangel machten auch die größten Anstrengungen, die zweckdienlichen Maßregeln, völlig nutzlos. Und da die meisten Häuser mit Schindeln gedeckt waren, so währte es nicht lange, das sich im eigentlichen Sinne ein wahres Feuermeer über die Stadt ergoss und mit gieriger Wut alles zerstörte, was sich ihm in seinem verheerenden Weg hemmend entgegenstellte. Die Gewallt des entfesselten Elements war so groß das, binnen in 8 Stunden der größte Teil der Stadt vernichtet war.

145 Gebäude samt Neben- und Hintergebäuden und 52 Scheunen fielen dem Brand zum Opfer. 38 Gebäude und 26 Scheunen sind vom Feuer verschont geblieben.

Sayda hatte im Jahre 1840 1250 Einwohner. Davon wurden 289 Familien mit ca. 1100 Köpfen obdachlos!  Bereits in den Jahren 1843/44 wurden fast alle (noch jetzt stehenden) Häuser wieder auf gebaut.

weitere Beschreibungen zum großen Stadtbrand