Stadtkirche Sayda
Stadtkirche Sayda

Das Salz im Weihwasser

Weihwasser, als Segenszeichen, hat seine Ursprünge im Brauchtum der Antike, wo es lebenden und toten Dingen zur Befreiung von dämonischen Mächten diente. Es steht als Symbol für Leben, Reinigung, Gefährdung und Rettung. Durch das Segensgebet werden diese Bedeutungen mit dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und mit Jesus Christus verknüpft. So ist das Weihwasser zugleich Gedächtnis und Erneuerung der eigenen Taufe. Die Gläubigen bezeichnen sich damit in Kreuzform und mit der Taufformel. Dem Weihwasser wird neben Salböl auch Salz hinzugefügt, dass auch in der Bibel als lebensnotwenig dargestellt wird. Weihwasser befindet sich am Eingang jeder katholischen Kirche. Da es sich bei den Kirchen im Erzgebirge um evangelische Kirchen handelt, finden wir hier jedoch kein Weihwasser.

Stadtkirche Sayda

Die älteste urkundliche Erwähnung der Stadt Sayda stammt aus dem Jahre 1207. Eine weitere Urkunde aus dem Jahre 1209 zum Kloster Osek war entscheidend für die Kirchengeschichte unseres Ortes. Sayda besaß mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 1209 schon eine kleine Kirche. 1391 wurde die jetzige Kirche erbaut. Der dreiseitig geschlossene Chorraum mit seinem sich über drei Joche spannenden Netzrippengewölbe ist uns aus dieser Kirche erhalten. Die Kirche wurde der Jungfrau Maria geweiht und trägt den Namen  "Kirche zu unserer lieben Frauen".
1502 wurde das Kirchenschiff als dreigeteilte Halle erbaut. Der spätgotische Kirchenbau überragt immer schon die Stadt majestätisch und prägt von weither sichtbar die Silhouette der Stadt. Die Kirche hatte ursprünglich noch keinen Turm. Erst 1702 wurde der Turm angebaut, damals 80 Ellen hoch. Er wurde durch den verheerenden Stadtbrand 1842 leider gänzlich zerstört. Schon vorher, in den Jahren 1599 und 1702 wurde die Kirche von Bränden heimgesucht. Trotz der Einwirkung von Hitze und Nässe blieb sie uns in ihrer ursprünglichen Gestaltung im wesentlichen bis heute erhalten. 1892 erfolgte eine grundlegende Neugestaltung des Kircheninneren.

Die Saydaer Kirche ist nach dem Freiberger Dom die größte spätgotische Hallenkirche im Landkreis Freiberg. Dies lässt die frühere Bedeutung von Sayda für die Region erahnen.

Der Altar der Saydaer Kirche wurde 1892 errichtet. Er löste einen, wie man damals fand, nicht ganz stilgemäßen Altar aus dem Jahre 1847 ab. Der neugotische Altar passt sich sehr gut in die Architektur der Kirche ein. In der Mitte des Altars ist die Geschichte von Mose und der ehernen Schlange aus dem Alten Testament dargestellt. Links und rechts vom Altar sind Ähren und Weintrauben als Symbole für die Gaben des Abendmahles abgebildet. Das überlebensgroße Kruzifix, das heute eine Einheit mit dem Altar bildet, ist von hohem künstlerischen Wert und stammt aus dem 16. Jahrhundert. 1842 wurde es an der Seite des Triumphbogens aufgestellt, bis es schließlich am Altar seinen Platz fand.

Im Altarraum der Kirche steht ein sehr schöner Taufstein. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde von Caspar von Schönberg und seiner Ehefrau Agnes, denen auch das größte Epitaph in der Kirche gewidmet ist, gestiftet.

Die Kanzel der Kirche wurde bei der großen Renovierung 1892 von Hermann Hartenbach aus Neuhausen gefertigt. Das eiserne Geländer schmiedete Schlossermeister Zedow, ebenfalls aus Neuhausen. Die Kanzel wird von fünf Bildern geziert. Sie zeigen die vier Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. In der Mitte ist der Apostel Paulus mit einem Schwert und der Bibel zu sehen.

An der Südwand des Altarraumes befinden sich vier prächtige Epitaphien der Familie von Schönberg. Diese Grabdenkmäler sind alles Werke Freiberger Meister aus der Zeit der Renaissance. Das älteste Epitaph ist das des Caspar von Schönberg (gest. 1578) und seiner beiden Frauen Magaretha geb. von Pflug (gest. 1547) und Barbara geb. von Bünau (gest. 1599). Diese Epitaphien stammen fast alle aus der Zeit  vor dem 30jährigen Krieg und zeigen den Wohlstand der damaligen Saydaer Herrschaft. Caspar und Barbara von Schönberg waren mit den sächsischen Kurfürst eng befreundet und hatten entsprechenden Einfluss beim Dresdner Hof. Mehrfach weilte der Kurfürst zu dieser Zeit auf dem Schloss in Sayda und auf der Burg Purschenstein.

Leider sind diese Kunstwerke in keinem guten Zustand. Eine Sanierung ist dringend notwendig um diese Kunstwerke von unschätzbarem Wert zu erhalten. Der Stadt Sayda und der Kirchgemeinde fehlen jedoch die notwendigen finanziellen Mittel.

Bitte helfen Sie der Kirchgemeinde bei dringenden Sanierungsarbeiten.

Die alte Jeheber-Orgel und die Epitaphien der Familie von Schönberg benötigen dringend eine Reparatur bzw. eine komplette Sanierung. Die Landeskirche und das Landesdenkmalamt haben Unterstützung und Fördermittel zugesagt. Die Stadt Sayda und die Kirchgemeinde können jedoch allein die notwendigen Eigenmittel  nicht aufbringen.

Weitere Informationen zur Kirchgemeinde und dem Förderverein finden Sie hier:
www.kirche-sayda.de